19. Januar 2010, Jamaika

Pleite im Tropenparadies Jamaika

Wackelte die Finanzwelt in den vergangenen Monaten ganz besonders in nordischen Island, ist es jetzt doch eine andere Insel, die den ersten Bankrott in Folge der internationalen Wirtschaftskrise erleidet: Jamaika. Das Tropenparadies in der Karibik hat seinen nationalen Gläubigern eine Umschuldung von 7,8 Milliarden US-Dollar mit geringerer Verzinsung und längerer Laufzeit angeboten, was der Bedeutung eines Staatsbankrotts gleich kommt. Weitere Lateinamerikanische und karibische Staaten könnten schon bald folgen.

Jamaika ist in seiner Wirtschaft maßgeblich vom US-Tourismus abhängig, dieser brach jedoch in Folge der Krise ein. Nun kann das Land seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen. Der Zeitpunkt für diese Negativschlagzeilen kommt für das Land des Reggae denkbar ungünstig, mitten in der Hauptsaison, die von Dezember bis April reicht. Das Land ist jedoch nicht eng mit dem internationalen Kapitalverkehr verflochten, so dass keine weltweiten Auswirkungen befürchtet werden müssen.

Zudem steckt in dem Bankrott für Jamaika auch eine Chance für die Zukunft. Der Internationale Währungsfond (IWF) gewährte der Karibikinsel einen Kredit von 1,25 Milliarden Dollar. Der eingesparte Zinsbetrag soll die Wirtschaft ankurbeln und Investitionen ermöglichen. Im Verbund mit dringend benötigten Steuerreformen, könnte am Ende auch das Fünftel der jamaikanischen Bevölkerung profitieren, das derzeit unterhalb der Armutsgrenze lebt. (RNO)



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