30.08.2010 13:30 Uhr

26.01.2010 | Schlagzeilen, Thailand

Indochinesische Tiger in Thailand vom Aussterben bedroht

WWF hilft Indochinesischen Tigern Nach einem aktuellen Statusreport der Umweltschutzorganisation WWF gibt es in den fünf Mekong-Anrainerstaaten Kambodscha, Laos, Myanmar, Thailand und Vietnam nur noch rund 350 wild lebende Tiger. Damit ist die Zahl der gefährdeten Großkatzen innerhalb der vergangenen zwölf Jahre um etwa 70 Prozent zurückgegangen. Ende der Neunziger sollen noch etwa 1.200 Indochinesische Tiger entlang des Mekongs gelebt haben. „Der Tiger in der Mekong-Region wird durch Lebensraumzerstörung, Habitatzerstückelung und vor allem durch massive Wilderei bedroht“, sagt Tiger-Experte Volker Homes vom WWF. Dennoch gäbe es Hoffnung, denn insgesamt verfügen die fünf Anrainerstaaten mit rund 540.000 Quadratkilometern einen potentiellen Tiger-Lebensraum von der Größe Frankreichs.

„Als erstes muss ein weiterer Rückgang der Population verhindert werden, da sich ein immer kleiner werdender Bestand bald nicht mehr selbst regenerieren kann“, fordert Volker Homes. Hierfür seien ein konsequenter Kampf gegen die Wilderei von Tigern und deren Beutetieren notwendig. Nach WWF-Schätzungen gibt es in Vietnam, Kambodscha und Laos jeweils höchstens noch dreißig Tiger. Die Hauptpopulation wird in der Grenzregion zwischen der Boom-Nation Thailand und dem weitgehend abgeschotteten Myanmar vermutet. Doch auch diese letzten Restbestände würden zunehmend durch Wilderei der Tiger und ihrer Beutetiere sowie durch Infrastrukturprojekte gefährdet. Am Mittwoch startet im thailändischen Hua Hin die erste asiatische Ministerkonferenz der dreizehn Tiger-Staaten. Auf dem Treffen sollen Schritte zur Rettung der Großkatze beschlossen werden. Außerdem dient die Zusammenkunft der Vorbereitung einer Welt-Tigerkonferenz im September 2010 in Wladiwostock, zu der Russlands Premierminister Putin und Weltbankpräsident Zoellick geladen haben.

Wie wichtig eine Einbeziehung von Politik und Weltwirtschaft für den Tiger-Schutz sein wird, verdeutliche auch das Schicksal des Tigers am Mekong: Bereits heute gilt das Fünf-Länder-Eck nicht nur unter Ökologen, sondern auch bei Ökonomen als „Hot-Spot“. So hat etwa die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) den Anrainerstaaten am unteren Mekong ein enormes wirtschaftliches Potential bescheinigt – verbunden mit einem erheblichen Bevölkerungswachstum. Nach WWF-Angaben mussten demnach allein in Südostasien seit 1990 jährlich 2,7 Millionen Hektar Wald den Monokulturen riesiger Plantagen weichen, in denen Kakao, Kaffee, Tee, Cashew-Nüsse oder Kautschuk angebaut werden.

Hintergrund „Jahr des Tigers”: Am 14. Februar 2010 beginnt nach dem chinesischen Kalender das „Jahr des Tigers“. Nach WWF-Schätzungen gibt es nur noch rund 3200 Tiger in der Wildnis. Der WWF widmet dem Tiger 2010 daher eine weltweite Schutz-Kampagne. Ziel sei es, die Bestandszahl der Großkatze in seinen wichtigsten Verbreitungsregionen bis zum nächsten „Jahr des Tigers“ 2022 zu verdoppeln. (wwf)

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