4. Februar 2010, Ostbayern

Multi-Kulti in Deggendorf

Asiatisch kochen an der Volkshochschule, ein Sprachkurs für „Zuagroaste“, miteinander bayerisch tanzen, das „Russlands-Deutsche Haus“ im Handwerksmuseum, ein türkisches Kulturfest oder der Tag der offenen Moschee: Mit mehr als 40 Veranstaltungen präsentiert sich die Stadt Deggendorf von Januar bis Mai 2010 als ein Ort gelebter Integration, als eine Viel-Völker-Stadt, in der Dutzende von Nationen einander wahrnehmen und wertschätzen. Das Richtung weisende Projekt trägt den Titel „Typisch Deggendorf?“ und will zeigen, dass Migration keineswegs immer mit sozialen Problemen einhergeht, sondern eine kulturelle Bereicherung mit sich bringt, die den Reichtum und die Zukunft einer Stadt darstellt.

Nicht zuletzt infolge des multikulturellen Publikums an der Hochschule ist Deggendorf ein Schmelztiegel unterschiedlicher Kulturen. Die Studenten kommen aus aller Welt, darüber hinaus haben Türken, Griechen und Italiener, Russlanddeutsche und Afrikaner die liebenswerte Stadt an der Donau zu ihrer Heimat gemacht. „Fremde Kulturen sind eine Bereicherung für unsere Stadt“, bekräftigen die fast 20 Institutionen, die das Projekt „Typisch Deggendorf?“ seit fast einem Jahr geplant haben. Von den Museen der Stadt und der evangelischen Kirchengemeinde über das Jugendcenter und die Hochschule bis hin zum türkisch-islamischen Kulturkreis sammelten alle beteiligten Einrichtungen Ideen für Veranstaltungen, die den „bunten“ Charakter Deggendorfs illustrieren und zugleich die Bewohner unterschiedlichen kulturellen Hintergrunds einander näher bringen.

Höhepunkte im Veranstaltungsreigen sind Programmpunkte wie ein türkisches Kulturfest am 27. März, die kulturgeschichtliche Sonderausstellung „Heimat – auf dem Teller – im Koffer – im Herzen – in Deggendorf“ mit einem Begleitprogramm für Schulklassen im Stadtmuseum (18.4. bis 1.8.) sowie das „Russlands-Deutsche-Haus“ (4.2. bis 2.3.): Auf einer Fläche von 42 Quadratmetern wird in den Räumen des Handwerksmuseums ein kleines Haus mit drei Zimmern errichtet, in dem eine ungewöhnliche Ausstellung Leben und Kultur der Russlanddeutschen illustriert. Die Besonderheit: Das Haus ist sozusagen bewohnt. Die Gastgeber sind Russlanddeutsche der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Deggendorf, die aus der ehemaligen Sowjetunion zugewandert sind. Sie begleiten Gruppen und Einzelbesucher und geben Einblick in ihr Leben und ihre Geschichte.

Das gesamte Programm von „Typisch Deggendorf?“ findet sich in einem übersichtlichen Veranstaltungskalender, der u. a. bei der Tourist-Information Deggendorf, Oberer Stadtplatz, 94469 Deggendorf, Tel. 0991/2960-530, Fax 0991/2960539, www.typisch-deggendorf.de, erhältlich ist. (TV Ostbayern)



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