5. Februar 2010, Singapore Airlines

Schadstoffärmster Flug über den Nordpazifik

Singapore Airlines hat erfolgreich den weltweit ersten umweltschonenden Demonstrations-Flug über mehrere Sektoren absolviert. Mehr als zehn Tonnen Kerosin und über 33 Tonnen an CO2-Emissionen wurden dabei eingespart.

Für die Fluggäste an Bord des Fluges SQ11 mag es sich wie ein normaler Flug angefühlt haben, jedoch waren sie Zeuge eines wichtigen Kapitels in der zivilen Luftfahrt.

Die Boeing 747-400, die Los Angeles am 31. Januar verließ und am 2. Februar 2010 nach einem planmäßigen Zwischenstopp in Tokio in Singapur gelandet ist, hat einen der schadstoffärmsten Flüge über den Nordpazifik absolviert.

Der Flug ist der erste, auf einer Langstrecke über mehrere Sektoren, durchgeführte umweltschonende Demonstrationsflug, der im Rahmen des ASPIRE-Programms (Asien und Pazifik Initiative zur Reduzierung von Emissionen) stattfand. Ziel ist die Umweltverantwortung in der Region zu fördern.

Um optimale Luftverkehrsbedingungen zu gewährleisten sowie eine Reihe von Sparmaßnahmen in allen Phasen des Fluges vornehmen zu können, wurde mit den Luftfahrtbehörden in Singapur, den USA und Japan eng zusammen gearbeitet. Flug SQ11 verbrauchte rund sechs Prozent weniger Kerosin als normalerweise für den gleichen Flug benötigt wird.

Abschließende Berechnungen zeigen, dass 10.686 Kilogramm Kerosin sowie 33.789 Kilogramm CO2-Emissionen eingespart wurden. Dies liegt sogar über den Anfangserwartungen von 10.000 Kilogramm an eingespartem Kerosin und einer Reduzierung von 31.300 Kilogramm Kohlendioxidemissionen.

„Die Route, die ein Flugzeug zurücklegt, die Reisehöhe und das Wetter, dem es ausgesetzt ist, haben sowohl eine Auswirkung auf die Menge an Treibstoff, die es verbrennt, als auch auf das Kohlendioxid, das ausgestoßen wird. Dies effektiv und in Echtzeit optimal zu steuern, ist daher sowohl für die durchführende Fluggesellschaft als auch für die Umwelt sehr wichtig“, sagt Gerard Yeap, Senior Vice-President Flight Operations von Singapore Airlines.

Um diesen Flug so umweltschonend wie möglich zu gestalten, wurden umfangreiche Maßnahmen bei jeder Phase der Reise ergriffen.

Vor dem Flug sind alle vier Triebwerke des Flugzeugs einem speziellen Triebwerkswaschprogramm mit wieder aufbereitetem Wasser unterzogen worden, um den Kerosinverbrauch zu optimieren. Außerdem wurde der Flugzeugkörper poliert, um Strömungswiderstände zu minimieren. Diese Maßnahmen wurden zusätzlich zu den regulären Wartungsprogrammen von Singapore Airlines durchgeführt.

Um weiteren Kerosinverbrauch einzusparen wurde der für die Versorgung am Gate benötigte Strom über Bodenkabel bereitgestellt, anstatt das Hilfstriebwerk des Flugzeuges zu nutzen.

Um nicht mehr Treibstoff als nötig an Bord mitzuführen, wurde die genaue Menge an Kerosin eine halbe Stunde vor Abflug feinabgestimmt. So konnte eine bessere Übereinstimmung mit dem tatsächlichen Startgewicht des Flugzeuges erzielt werden.

Nach dem Abheben ist dem Flugzeug ungehinderter Steigflug gewährt worden, um das zügige Erreichen der optimalen Flughöhe zu ermöglichen.

Der Großteil des eingesparten Treibstoffes aber kam durch den Einsatz einer sogenannten „User Preferred Route“ (UPR), einer optimierten Flugroute, die vom Flugplanungssystem Lido/Flight von Lufthansa Systems erstellt wurde.

Kapitän Yeap erklärte, dass die UPR im Vergleich zu einer bestehenden, vorbestimmten Streckenführung die effizienteste Route für das Flugzeug sei, weil die Daten auf den aktuellsten Wettermeldungen basieren. „Mit diesem System war es uns möglich, diese beeindruckende Menge an Treibstoff einzusparen und die Emissionen zu reduzieren, sagte Captain Yeap.“

Darüberhinaus führten die Piloten einen kontinuierlichen Sinkflug zur Landebahn des Flughafen Changi durch anstatt eines regulären Anfluges in Stufen. Neben der Treibstoffeinsparung reduziert dieses Gleitanflugverfahren auch den Lärm.

Um die Geschwindigkeit des Flugzeugs bei der Landung zu drosseln, kamen anstelle des Umkehrschubs die Bremsen zum Einsatz. Beim Rollen zur Parkposition, wurde eines der vier Triebwerke abgeschaltet, um weiteren Treibstoff einzusparen.

“Dieser ASPIRE-Flug zeigt, dass eine bedeutende Menge an Kerosin eingespart und die Kohlendioxidemission reduziert werden kann, wenn alle Interessensgruppen in der Luftfahrtindustrie zusammenarbeiten“, sagt Kapitän Yeap. “Singapore Airlines hat sich verpflichtet, ihren Teil für die Umwelt zu tun. Wir werden weiterhin mit Regierungen, singaRegulierungsbehörden, Herstellern und Zulieferern zusammenarbeiten, mit dem Ziel einer nachhaltigen Zukunft für die Branche“, fügt er weiter hinzu.

Der ASPIRE-Demonstrationsflug war nicht nur umweltschonend, sondern hat auch spürbare Vorteile für die Fluggäste ermöglicht. So konnte die Gesamtflugzeit um knapp 30 Minuten reduziert werden. (Singapore Airlines)



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