18. Februar 2010, Paris

13 deutsche Sprachen sind bedroht

Die UNESCO erinnert am 21. Februar 2010, dem Internationalen Tag der Muttersprache, an die sprachliche und kulturelle Vielfalt. Von den rund 6.000 Sprachen, die heute weltweit gesprochen werden, ist nach Einschätzung der UNESCO die Hälfte vom Aussterben bedroht, alle zwei Wochen stirbt eine Sprache aus. Sprachwissenschaftler diskutieren anlässlich des Welttages der Muttersprache aktuelle Entwicklungen auf einem Symposium, das am 21. und 22. Februar am Sitz der UNESCO in Paris stattfindet.

In der 2009 aktualisierten Ausgabe des „Atlas der Bedrohten Sprachen“ listet die UNESCO rund 2.500 Sprachen nach Name, Bedrohungsgrad und Region – darunter sind auch 230 Sprachen, die seit 1950 ausgestorben sind. Der Atlas ist auch online verfügbar und zeigt, dass 572 Sprachen vor allem in Nord- und Südamerika, Südostasien, Ozeanien und Afrika akut vom Aussterben bedroht sind.

In Deutschland sind derzeit 13 Sprachen gefährdet. Nordfriesisch und Saterfriesisch zählen zu den am stärksten bedrohten Sprachen. Aber auch Bairisch, Sorbisch und Jiddisch werden von immer weniger Menschen gesprochen. Die Gründe für das Aussterben von Sprachen sind vielfältig: Kriege und Vertreibungen gehören ebenso dazu wie Migration und Vermischung der Sprachen. Mit dem Verschwinden einer Sprache geht ein kulturelles Erbe von Gedichten über Legenden bis zu Sprichwörtern und Scherzen verloren.

Der Internationale Tag der Muttersprache ist seit 2000 ein UNESCO-Gedenktag zur „Förderung sprachlicher und kultureller Vielfalt und Mehrsprachigkeit“. Er macht vor allem auf die Sprachen aufmerksam, die von nur noch weniger als 10.000 Menschen gesprochen werden. Die UNESCO versteht Sprache nicht nur als Kommunikationsmittel, sondern auch als kulturelles Erbe und Ausdruck kultureller Identität. Sprache spielt eine wesentliche Rolle, damit sich Menschen in die Gesellschaft, in Beruf und Alltag sozial und kulturell integrieren können. (unesco)



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