18. Februar 2010, Reisebranche

Weniger Unfälle im Flugverkehr

Fliegen bleibt sicherstes Verkehrsmittel: Die Unfallrate im Luftverkehr ist im vergangenen Jahr auf den zweitniedrigsten Wert in der Geschichte der Branche gefallen. Das ist das Ergebnis des Sicherheitsberichts für 2009, den die International Air Transport Association (IATA) veröffentlicht hat.

Danach lag die weltweite Unfallrate von Flugzeugen westlicher Bauart 2009 bei 0,71 Totalverlusten pro eine Million Flügen (entspricht: ein Unfall pro 1,4 Millionen Flüge). Das ist deutlich weniger als 2008, als noch 0,81 Totalverluste pro eine Million Flüge (entspricht: ein Unfall pro 1,2 Millionen Flüge) verzeichnet wurden. Die niedrigste Unfallrate mit 0,65 Totalverlusten pro eine Million Flüge wurde im Jahr 2006 gemessen. Verglichen mit dem Jahr 2000 lag die Unfallquote 2009 um 36 Prozent niedriger.

Sicher und unfallfrei transportiert wurden im vergangenen Jahr 2,3 Milliarden Fluggäste auf insgesamt 35 Millionen Flügen. Insgesamt hatte die Branche im vergangenen Jahr 90 Unfälle zu verzeichnen (Vergleich zum Vorjahr 2008: 109), davon 19 mit Flugzeugen westlicher Bauart (2008: 22). Trotz der niedrigeren Zahl der Unfälle ist die Zahl der Todesopfer im vergangenen Jahr auf 685 gestiegen (2008: 502).

Die IATA-Mitgliedsgesellschaften liegen mit einer Unfallrate von 0,62 Totalverlusten pro eine Million Flügen über dem weltweiten Durchschnitt. Seit 1. April 2009 sind alle Mitglieder IOSA-zertifiziert. Das IATA Operational Safety Audit (IOSA) gilt als weltweiter Industriestandard für das Safety Management der Fluggesellschaften.

Giovanni Bisignani, Director General und CEO der IATA: “Sicherheit ist die oberste Priorität in der Luftfahrtindustrie. Selbst in einer Zeit, in der Fluggesellschaften im Schnitt rund fünf Milliarden US-Dollar im Jahr verloren haben, konnten wir unsere Sicherheitsbilanz verbessern. Im vergangenen Jahr sind 2,3 Milliarden Menschen im Flugzeug unterwegs gewesen. Aber jedes einzelne Opfer ist eine menschliche Tragödie und ermahnt uns an das Ziel, keine Unfälle und keine Opfer zu verzeichnen.“

In der Unfallstatistik spiegeln sich deutliche regionale Unterschiede wider. Während Europa und Nordamerika mit einer Unfallrate von 0,45 bzw. 0,41 besser als der weltweite Durchschnitt von 0,71 abschneiden, ist die Quote im asiatisch-pazifischen Raum (2009: 0,86; 2008: 0.58), der Region Naher und Mittlerer Osten und Nordafrika (2009: 3,32; 2008: 1,89) sowie im gesamten Kontinent Afrika (2009: 9,94; 2008: 2,12) gestiegen. Nordasien, Lateinamerika, die Karibik und die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) hatten keine Totalverluste mit Flugzeugen westlicher Bauart zu verzeichnen.

Bei 26 Prozent der Unfälle kam es im Jahr 2009 zu einer Abweichung von der Start- und Landebahn („runway excursion“), eine Beschädigung des Flugzeugs am Boden („Ground Damage“) wurde bei 10 Prozent der Unfälle verzeichnet. Das Verhalten der Piloten war bei 30 Prozent aller Unfälle mit eine Ursache.

Bisignani: „Sicherheit ist eine ständige Herausforderung. Das Flugzeug ist bereits das sicherste Verkehrsmittel, weshalb wir weitere Verbesserungen nur durch genaue Analysen erreichen. Wir müssen die Risiken verstehen, die den Unfällen zugrunde liegen – nicht nur bei einer Handvoll Unfällen pro Jahr, sondern durch eine Sammlung und Analyse der Daten von Millionen unfallfreien Flügen. Dafür haben wir im Dezember 2009 das IATA Global Safety Information Center gegründet. In Zukunft müssen wir unsere Datenbank mit Informationen weiterer Organisationen und Behörden anreichern, die in das Thema Flugsicherheit involviert sind, um zusätzliche Verbesserungen zu erreichen.“

Der Luftfahrtverband IATA (International Air Transport Association) repräsentiert rund 230 Fluggesellschaften weltweit, die 93 Prozent des internationalen Luftverkehrs ausmachen. (

Wilde & Partner Public Relations)

 



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