20. Februar 2010, Navarra

Wallfahrt zu der Burg von Javier

„Javierada“ wird die Wallfahrt genannt, die in den ersten beiden Märzwochenenden zeitgleich mit der Gnadennovene des Hl. Franz Xaver, dem Patron der Missionen, zur Burg von Javier führt. Bei den Einen herrscht der Sportsgeist vor, die Anderen sind religiös motiviert, um die 50 km lange Strecke zurückzulegen, die Pamplona von Javier trennt.

Der Ursprung dieser Märsche reicht in das neunzehnte Jahrhundert zurück, als die Region im Jahr 1885 von einer Cholera-Epidemie heimgesucht wurde. Die Landesregierung rief den Hl. Franz Xaver an, damit er das Volk von Navarra von der schrecklichen Krankheit erlöse. Falls ihre Bitten erfüllt werden sollten, nähmen alle Einwohner von Navarra an einer Dankesprozession teil. Der Heilige erhörte die Bitten und seit dieser Zeit versammeln sich die Pilger nach einem langen und mühsamen Weg auf der Burg, um eine Messe unter Vorsitz des Erzbischofs zu feiern.

Die nahezu komplett erhaltene Burg von Javier wurde auf einem Felsen in knapp 500 m Höhe über dem Tal des Flusses Aragón am Fuße der Pyrenäen errichtet. Ihre Ursprünge gehen bis in das 10. Jahrhundert zurück. Im 13. und 14. Jahrhundert wurde sie im gotischen Stil umgestaltet. Der Bau, dessen mit Zinnenkranz besetzte gotische Türme und Mauern die klassische Silhouette einer spanischen Burg zeigen, wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts renoviert. Sehenswert sind unter anderem die Burgkapelle und der Palacio Nuevo aus der Renaissance.

Im Castillo de Javier, die sich im Besitz des Jesuiten befindet, wurde am 7. April 1506 der heilige Francisco de Xavier, auf Deutsch der Hl. Franz Xaver, geboren, der als Jesuiten-Missionar in Ostasien wirkte. Die Burg, die täglich für Besucher geöffnet ist, ist daher auch eine Wallfahrtsstätte, beherbergt ein Museum und dient als Kulturzentrum.

Castillo de Javier
31411 Javier (Navarra)
Tel.: 0034- 948884024. (spain.info)



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