1. März 2010, Luxemburg

Projekte zum 25. Geburtstag des Schengener Abkomnmens

Zu den Höhepunkten im Veranstaltungskalender 2010 des stets europabegeisterten Luxemburg zählt das 25. Jubiläum des „Schengener Abkommens“, welches Mitte Juni offiziell gefeiert wird! Die geografische Lage des idyllisch an der Luxemburger Mosel gelegenen Winzerorts hatte für die Unterzeichnung jener Verträge, welche die Kontrolle der physischen Personen an den Grenzposten etappenweise abschaffte, symbolische Bedeutung: am Südostzipfel der Beneluxländer gelegen, reicht ein Spaziergang über die Moselbrücke um zu Fuss sowohl deutsches als auch französisches Staatsgebiet zu erreichen.

Nun rüstet sich Schengen mitsamt seiner Nachbarn jenseits der Mosel für das Jubiläum! Die Uferpromenade, an der das Monument des „Schengener Abkommens“ steht, wird derzeit vom Architekturbüro „Hermann & Valentiny et Associés“ aus Remerschen (www.hvp.lu) neugestaltet, aus dessen Feder auch z.B. das neue Haus für Mozart in Salzburg oder das Luxemburger Pavillon auf der diesjährigen Weltausstellung in Shanghai stammen. Passend zum Thema der offenen Grenzen wird ein Stück der Berliner Mauer in die Parkanlage integriert. Hier kann der Besucher fortan flanieren und seinen Gedanken über Europa nachgehen. Der Spazierweg führt zum „Château de Schengen“, wo die Luxemburger Hotelgruppe Goeres (www.goeres-group.com) bereits im April 2010 das erste Schlosshotel an der Luxemburger Weinstrasse eröffnet. Das ehrwürdige Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, dessen Barockgärtchen zum grenzüberschreitenden Projekt „Gärten ohne Grenzen“ gehört, gehörte einst der Industriellenfamilie Collart zu deren Gästen der französische Dichter und Maler Victor Hugo zählte. Das angrenzende Informationszentrum „Relais Europe Direct“ wird ab Mitte Juni das „Musée européen Schengen“ beherbergen. Das in Bootsform ausgelegte, interaktive Museum wird in rund 10 Kapiteln über Europa und Schengen informieren. Längst fertiggestellt hat H & V das herausragende, hoch über Schengen thronende Weingut „Domaine Henri Ruppert“, wo Weinkenner, wie übrigens bei allen rund 50 Privatwinzern an der Luxemburger Mosel, auf Anfrage die hauseigenen Weine und Crémants kosten und dabei den Blick übers Moseltal geniessen können.

Unterzeichnet wurde das Abkommen am Moselufer an Bord des Passagierschiffes „Princesse Marie-Astrid“, benannt nach der älteren Schwester von Großherzog Henri. Rechtzeitig zum Jubiläum wird ein Schiff der neuen Generation vom Stapel laufen und bereits ab dem Samstag 3. April traditionsgemäss unter dem Namen „Princesse Marie-Astrid“ entlang der Luxemburger Weinstrasse als Ausflugsschiff und schwimmendes Restaurant eingesetzt (www.marie-astrid.lu).

Ferner, entsteht im Schengener Nachbardorf Remerschen in diesem Sommer, im Rahmen des Jugendprojektes „Festival der Hütten“, eine Open-Air Ausstellung der besonderen Art (www.cabanes.lu). Jugendliche in Deutschland, Frankreich und den Beneluxländern wurden aufgerufen, Hütten zum Thema „über die Grenzen“ zu entwerfen. Und vom 17. Juli bis zum 1. August 2010 werden die von einer Jury ausgewählten Hütten der breiten Öffentlichkeit in der Landschaft rund um die zum Naturschutzgebiet „Haff Réimech“ gehördenden Baggerseen gezeigt, welche zwischen dem 14. und 16. Juli vor Ort aufgebaut werden. Ganzjährig können Jugendliche, Junggebliebene und Familien in der komfortablen Remerschener Jugendherberge urlauben (www.youthhostels.lu). Empfehlenswert sind sowohl die geologischen Lehrpfade zur Vogelbeobachtung im Naturschutzgebiet, als auch ein Besuch den zur Weingenossenschaft „Vinsmoselle“ gehörenden „Caves du Sud“.

Im Dreiländereck Schengen erlebt der Besucher ganzjährig das grenzenlose Europa hautnah! Offene Grenzen und gelebte Völkerverständigung in der EU lassen manchmal vergessen, dass das Herz der europäischen Union eigentlich auf eine kriegerische Vergangenheit zurückblickt. Ein Blick in die Geschichte Luxemburgs offenbart, dass gerade das heutige Großherzogtum während Jahrhunderten im Kontext der europäischen Konflikte den Besitzer wechselte. Auf den Spuren dieser wechselvollen Vergangenheit wandelt der Kulturreisende heute durch die von der UNESCO zum Weltkulturerbe eingestufte Altstadt und Festung Luxemburg. Ein Steinwurf entfernt befinden sich, im aufstrebenden Stadtviertel Kirchberg, mehrere Institutionen der Europäischen Union. Nicht zufällig wählte sich Stararchitekt I.M. Pei den Schnittpunkt zwischen Festungs- und Europastadt, zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Krieg und Frieden, als Standort für das „Museum der Modernen Kunst“ (MUDAM) aus! Lediglich eine halbe Autostunde trennt die Stadt Luxemburg von Schengen. Der Weg von der umkämpften Festungsstadt bis zu den Schengener Abkommen war länger.

Hinzu kommt noch dass Schengen von Mitte Mai bis am 15. September die neue Freilichtausstellung „Ein Dorf und seine Einwohner – Das Leben in Schengen“ beherbergen wird. Diese neue Freilichtausstellung besteht aus einer Sammlung von 53 schwarz-weiß Fotos, welche die Einwohner von Schengen in ihrem Alltag zeigen (Winzer bei der Arbeit, Küsterin in der Kirche, Kellermeister im Weinberg, Winzer bei der Weinlese, jedoch auch ausgelassenes Feiern bei der „Hunnefeier“, der Briefträger im Gespräch mit einer Einwohnerin, der Besuch von St. Nikolaus bei den Kindern oder die Schulkinder beim „Liichten“ uvm).

Die Ausstellung wird von Mitte Mai bis zum 15. September 2010 an den Mauern und Wänden in den Strassen und Gassen rund um das Schengener Schloss zu sehen sein. Die ausgestellten Fotografien werden in einer Art Rundgang zu entdecken sein. (ONT)



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