9. März 2010, Jemen

Mehr internationale Gäste im Jemen aber weniger deutsche Besucher

„Glückliches Arabien“: Da ist der traditionelle Name erneut passend und die Destination lässt so manches große Reiseland hinter sich: Mit 432.359 internationalen Gästen (2008: 404.491), konnte der Jemen für 2009 ein Besucherplus von 6,88 Prozent generieren. Da erneut Reisende durchschnittlich acht Tage blieben, kamen so fast 3,46 Millionen Übernachtungen ausländischer Gäste zusammen (2008: 3,24 Millionen). Dies bescherte dem traditionsreichen Land an der Südwestspitze der Arabischen Halbinsel Deviseneinnahmen von insgesamt 484 Millionen US-Dollar (2008: 453 Millionen).

Der Jemen verzeichnete dabei trotz des schwierigen Marktumfeldes in 2009 deutliche Zuwächse bei den europäischen Gästen: 42.202 Reisende entsprechen einem Plus von rund 19 Prozent (2008: 35.489). Damit behauptet sich Europa als der drittwichtigste Incoming-Markt nach dem unangefochtenen Spitzenreiter Naher Osten und Asien auf Platz zwei.

Europa teils stark, teils schwach
Innerhalb Europas spielen sechs Länder eine bedeutende Rolle für den Tourismus im Jemen. Historisch erklärbar die Spitzenreiterrolle von Großbritannien, das seine Zahlen auf 13.813 Reisende verdoppeln konnte. Situationsbedingt mussten Deutschland (-22 Prozent) wie Italien (-7 Prozent) Buchungsrückgänge hinnehmen, so dass sich die Rangfolge der Märkte 2009 verschob: Nach Großbritannien auf Platz eins eroberte sich Frankreich mit 6.078 Gästen (2008: 5.123, +19 Prozent) den zweiten Platz, die Türkei rückt mit 4.487 Reisenden noch vor Deutschland, das nun auf Platz vier mit 4.257 Besuchern (2008: 5.477) liegt. Es folgen Italien und die Niederlande.

Erreichbarkeiten
Insgesamt wurden an Jemens Grenzen 1.024.879 Einreisen gezählt, darunter 592.511 Jemeniten (-4 Prozent), so dass die Gesamteinreisezahl quasi auf Vorjahresniveau liegt (2008: 1.022.737). Der Großteil der Reisenden erreichte „Arabia Felix“ dabei auf dem Luftweg. An den sieben Flughäfen wurden 491.733 Passagiere abgefertigt.

Dank des expandierenden Kreuzfahrtsgeschäfts – in den Wintermonaten bieten zahlreiche Reedereien Passagen um die Arabische Halbinsel an, die sich wachsender Beliebtheit erfreuen – wurden 5.452 Einreisende an den fünf jemenitischen Seehäfen, allen voran am Hafen Moukha, registriert. Die übrigen Einreisen erfolgten auf dem Landwege aus den Anrainerstaaten.

Anziehungspunkte UNESCO Welterben
Mit dem Jahr 2008 war das „Kleeblatt“ perfekt – Jemen ist nun mit vier Orten in der Liste der UNESCO-Welterben gelistet: Shibam (aufgenommen 1986), Sana’a (1986), Zabid (1993) und zuletzt Sokotra (2008). Vier Mal so groß wie Rügen, ist die 130 Kilometer lange Insel Sokotra, im nordwestlichen indischen Ozean an der Einfahrt zum Golf von Aden gelegen, eine Schatzkammer der Evolution: Durch ihre Abgeschiedenheit entwickelten sich auf der Insel endemische Pflanzen und Tiere, die nirgends sonst zu Hause sind. 30 Prozent der Pflanzen, 75 Prozent der Reptilien und 80 Prozent der Insekten sind einzigartig auf Sokotra. Und längst sind noch nicht alle Arten erforscht.

Kultur & Festivals
Das Tourismus-Ministerium möchte Jemen deutlicher als Reiseland positionieren. Hintergrund: Der Tourismus-Sektor ist eine der wichtigsten Einnahmequellen des Landes, der als Devisenbringer einen Großteil zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt. Daher sollen spezielle Aktivitäten wie etwa Festivals einerseits im Land selbst Aufmerksamkeit auf seine touristischen Möglichkeiten lenken, andererseits ausländische Besucher anziehen.

Dazu beitragen soll 2010 etwa das 5. Sana’a Sommer Festival (01.07.-01.08.). Ein großes Straßenfest mit bunten Umzügen bestehend aus Artisten, Künstlern und vielen Teilnehmern mehr. Sie zeigen traditionelle Tänze ebenso wie Modenschauen und anderes mehr. Zu ähnlichen Attraktionen sollen das Al Baldah Festival in Mukalla, das Isaad Al Kamel Festival in Dhamar und das Ibb Tourismus Festival entwickelt werden.

Visionäre Projekte
Im Winter 2009/10 begannen Qatari Diar und Shibam Holding die erste Bauphase von „Rayyan Hills”, das 239 Villen, 245 Luxus-Apartments und 72 Stadthäuser umfasst, aber auch ein Fünf-Sterne-Hotel, Büro und Geschäfte. Die 600 Millionen-Dollar- Investition liegt im Süden Sana’as.

Fliegend zum Jemen
Aktuell bietet Yemenia 30 nationale und internationale Strecken an, davon drei nach Europa (London, Paris und Frankfurt mit Zwischenlandung in Rom). Dafür unterhält Yemenia eine Flotte von neun Flugzeugen. Von Deutschland aus wird die Hauptstadt Sana’a zweimal die Woche (dienstags und samstags) angeflogen. (Yemen Tourism)



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