11. März 2010, Reisebranche

Campingtourismus ist ein Milliardengeschäft

Der Campingtourismus in Deutschland ist als eines der wichtigsten touristischen Nachfragesegmente ein Milliardengeschäft: Die neue, vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) finanziell geförderte Grundlagenuntersuchung des Deutschen Tourismusverbandes e.V. (DTV) ermittelte Umsätze von jährlich mindestens 3,3 Milliarden Euro durch Ausgaben deutscher Campingtouristen auf Touristik- und Dauercampingplätzen. Hinzu kommen weitere 8,2 Milliarden Euro für Fahrtkosten, Ausgaben bei der Anreise und Investitionen in die Ausrüstung. Mit einem Gesamtbruttoumsatz von 11,6 Milliarden Euro im Jahr nimmt der Campingtourismus in Deutschland eine zentrale Position im Bereich touristischer Marktsegmente ein.

Mit der Studie „Der Campingmarkt in Deutschland 2009/2010“ liefern der DTV und das BMWi nach der letzten Untersuchung aus dem Jahr 2004 eine umfassende, aktualisierte Analyse dieses gefragten Segmentes.

Gemeinsam mit dem Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie und Beauftragten der Bundesregierung für Mittelstand und Tourismus, Ernst Burgbacher, MdB, stellte der DTV die Studie heute auf der Internationalen Tourismus-Börse ITB Berlin vor.

„Die wirtschaftliche Bedeutung des Campingtourismus in Deutschland ist enorm“, kommentierte DTV-Präsident Reinhard Meyer die Studie. „Das stärkere ökologische Bewusstsein und der Wunsch nach Urlaub in der Natur machen Campingurlaub zu einer attraktiven Reise- und Urlaubsform.“

Auf den Campingtourismus entfallen laut Studie jährlich rund 110 Millionen Übernachtungen. Dieser Wert berücksichtigt dabei im Gegensatz zur amtlichen Statistik auch das Dauercamping, Übernachtungen in Mietunterkünften auf Campingplätzen sowie auf Reisemobilstellplätzen. Betrachtet man lediglich die von amtlichen Statistiken 2009 erfassten 25 Millionen Übernachtungen auf Touristikstandplätzen, rangiert Deutschland in Europa auf Position 5 hinter Frankreich, Italien, Großbritannien und Spanien. Damit ist Deutschland im internationalen Vergleich eine sehr beliebte Campingdestination: Die meisten Gäste aus dem Ausland kommen aus den Niederlanden. Sie allein generieren 60,7 Prozent des Ausländeranteils an den Übernachtungen der Touristikcamper. Mit weitem Abstand folgen Dänemark (7,1 Prozent) und die Schweiz (6,9 Prozent).

Insgesamt gibt es fast 3.700 deutsche Touristikcamping- und Dauercampingplätze. Campingtouristen auf Touristikcampingplätzen geben durchschnittlich 45,80 Euro pro Kopf und Tag aus, Dauercamper 18,70 Euro pro Kopf und Tag. Die auf die Campingbranche zurückzuführenden Gesamtumsätze von 11,6 Milliarden Euro pro Jahr generieren in Deutschland Einkommen in Höhe von insgesamt 4,8 Milliarden Euro. Somit bietet der Campingtourismus in Deutschland umgerechnet mindestens 216.000 Menschen Beschäftigung.

„Die wirtschaftlichen Kennziffern des Campingtourismus in Deutschland stimmen optimistisch: enorme Nachfrage, milliardenschwere Umsätze und eine hervorragende Marktposition“, sagte Meyer weiter. „Daher muss es angesichts dieser verlässlichen ökonomischen Zahlen Ziel der Tourismuspolitik sein, den Campingtourismus in Deutschland weiter gezielt zu fördern.“ Zudem habe die äußerst gute Entwicklung des Campingtourismus im Krisenjahr 2009 gezeigt, dass trotz der weltweiten Einbußen im Tourismus, die „Heringe des Campingtourismus“ fest im Boden verankert blieben.

DTV-Grundlagenuntersuchung „Campingtourismus in Deutschland 2009/2010“
Neben Angebots- und Nachfrageanalyse belegt die DTV-Studie „Campingtourismus in Deutschland 2009/2010“ insbesondere dessen enormen Wirtschaftsfaktor. Des Weiteren gibt sie konkrete Handlungsvorschläge, um den Campingtourismus für die Zukunft zu stärken. Ab heute kann die vom BMWi geförderte Studie unter www.deutschertourismusverband.de heruntergeladen werden. Die wissenschaftliche Ausarbeitung und Erhebung der Daten oblag der dwif-Consulting GmbH, München, in Zusammenarbeit mit dem ADAC, München, und dem Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland, Berlin. (DTV)



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