11. März 2010, Ungarn

Die schönsten Quellen- und Thermalhotels in Ungarn

In kaum einem anderen Land der Welt finden sich so viele Thermal- und Heilquellen auf solch kleinem Raum: Rund 80 Prozent Ungarns sind bzw. bestehen quasi aus Thermalwasser! Damit gehört die Magyaren-Republik weltweit zu den Top Five der Thermaldestinationen. Kein Wunder: Immer mehr ausländische Gäste reisen gezielt wegen der rund 1.300 heißen Quellen hierher, etwa nach Budapest, in den Osten des Landes oder in die Traditionsbäder Westtransdanubiens.

In den letzten Jahren hat sich überall viel getan. Einige ambitionierte Investitionsprojekte für Renovierungs- wie Erweiterungsmaßnahmen wurden konsequent weiterverfolgt – trotz der Wirtschaftskrise, die unbestritten auch Ungarn schwer getroffen hat. Doch die Magyaren-Republik weiß um ihre Ressourcen und die Investoren, unter ihnen die Europäische Union, um deren Potenzial.

Dass in den letzten Jahren immer mehr Hotels, vor allem in der gehobenen Kategorie, in Bad Budapest ihre hoteleigenen Spa-Angebote ausgebaut haben, ist kein Geheimnis. Kein Wunder, allein in der Bäderstadt, also solche anerkannt seit 1934, sprudeln aus über 120 Quellen und Brunnen täglich bis zu 70 Millionen Liter Thermalwasser. Doch über dieses konzentrierte Angebot allein in der Donau-Metropole hinaus haben auch die anderen Regionen der Magyaren-Republik ihre Bäder und Hotels kräftig entstaubt und ins 21. Jahrhundert geführt.

Gern genommenes Prestige-Objekt ist hier die jetzt abgeschlossene Komplettsanierung der Badeanlagen am und auf dem Hévízer Thermalsee, dem Flaggschiff in Ungarns Angebotspalette. Wie einst zu Kaisers Zeiten erstrahlen die seit 2005 renovierten Badehäuser jetzt nicht nur wieder in leuchtendem Weiß, sondern auch mit modernstem Innenleben wie neuen Zugängen zum See oder Behandlungsräumen. Allein hier wurden bislang drei Milliarden Forint (rund elf Millionen Euro) investiert.

Noch gar nicht lange abgeschlossen ist die Renovierung eines alten türkischen Bades in Budapest – für 400 Millionen Forint (über 1,6 Millionen Euro) wurde das Rudas-Bad modernisiert und ist inzwischen stilvoll zurückgekehrt, unter anderem als Gastgeber der illustren Cinetrips (www.cinetrip.hu).
Daneben macht schon eine Weile ein anderes türkisches Dampfbad von sich reden, das seit längerem geschlossen ist: das Rácz Bad nahe der Elisabethbrücke. Nachdem die italienische Baglioni-Gruppe im letzten Herbst das sprichwörtliche Handtuch geworfen hat, wird derzeit noch nach einem neuen renommierten Betreiber für das neue Rácz Hotel & Thermal Spa gesucht, das schon jetzt zu den Leading Small Hotels of the World gehört. Im Sommer 2010 soll es nun verspätet seine Pforten öffnen. Dann soll das Fünf-Sterne-Boutiquehotel 67 hochwertig ausgestattete Zimmer und Suiten anbieten können – und das aus dem 16. Jahrhundert stammende historische türkische Bad sanierter Bestandteil eines 8.000 Quadratmeter großen Thermal und Day Spas sein. Erste Eindrücke unter www.raczhotel.com.

Doch auch „auf dem Land“ passiert so einiges – unter anderem in den Häusern der Hunguest Hotels, die allein im letzten Jahr 13 Milliarden Forint (über 47 Millionen Euro) in sechs Projekte investiert hat, wobei drei Hotels sogar in die nächst höhere Sterne-Klassifizierung überführt werden konnten. Es ist das größte Entwicklungsprogramm in der Geschichte der ungarischen Hotelgruppe. Ein Hotel profitiert dabei auch signifikant vom Ausbau des angrenzenden Thermalbads:

Seit Herbst 2008 hatten die Handwerker das Sagen, nun sind die umfassenden Umbauarbeiten abgeschlossen und im Hunguest Hotel Forrás (www.hotelforras.hunguesthotels.hu) im südungarischen Szeged regiert seit Februar 2010 wieder der Hotelgast. Ihn erwarten nun 194 Hotelzimmer und vielfältige Dienstleistungen der Vier-Sterne-Kategorie, dazu aber auch Luxus-Suiten mit Fünf-Sterne-Anspruch. Über einen direkten Wandelgang gelangen die Hotelgäste nun in die in der direkten Nachbarschaft entstandene neue Badeanlage „Aquapolis“, wo allein rund sechs Milliarden Forint (etwa 22 Millionen Forint) investiert wurden. Ausgelegt auf bis zu 3.000 Besucher stehen dort 4.400 Quadratmeter Wasserfläche zur Verfügung. Der Komplex vereint dabei Angebote für Wellness, Entspannung und Regeneration bis hin zu aktive Erholung – aus Europas längster ganzjährig geöffneter Wasserrutsche (27 Meter).

Viel tat und tut sich auch in Nordungarn. Im Herbst vergangenen Jahres abgeschlossen wurden die Umbau- und Renovierungsarbeiten der türkischen Bades in Eger (www.egertermal.hu), dessen radioaktive lauwarme Quellen zwar 1448 schon urkundlich erwähnt wurden, aber erst unter der Türkenherrschaft im 17. Jahrhundert blühte die Badekultur hier so richtig auf. Aus dieser Zeit stammen auch die nun genutzten ältesten Teile des heutigen Badekomplexes. Im neuzeitlichen Erlebnisbadbereich dominiert dagegen der Schwimmsport, was auch die Namen der Hallen dokumentieren, die an ungarische Schwimmgrößen und Medaillen-Sammler des frühen 20. Jahrhunderts erinnern. Im Frühjahr 2010 sollen ergänzend noch Rutschen und Babybecken eröffnet werden, im Herbst dieses Jahres dann noch zwei überdachte weitere Heilbecken. Dann sollen auch alle Bereiche bis hin zum türkischen Bad als einstige „Keimzelle“ über einen Korridor miteinander verbunden sein.
Das nur sechs Kilometer entfernte Egerszalók (www.egerszalok.eu) ist berühmt für seinen Salzhügel – und in Europa in dieser Art wohl einmalig. Es erinnert ein wenig an die Salzterrassen im türkischen Pamukkale. Seit 2003 wird das Bad professionell ausgebaut und vermarktet, die Besucherzahlen wachsen seither beständig. Bislang fehlte es aber an adäquaten, nahen Unterkünften: Neu entstanden ist nun ein 26 Ferienwohnungen umfassende Apartment-Anlage sowie ein kleines Drei-Sterne-Superior-Hotel, das pünktlich zur Sommersaison 2010 komplett fertig gestellt sein soll. Das zweistöckige Gebäude hat einen direkten Bad-Zugang und wird über Zimmer in den Kategorien Standard, Superior und Deluxe verfügen. Modernisiert präsentiert sich auch der über 60 Stellplätze verfügende Thermal Park, ein Campingplatz unweit des Heilbades. Alle drei Angebote beinhalten im Übernachtungspreis immer den Zugang zu Heilbad, dessen mineralreiche Quelle erst 1961 bei Öl- und Gasbohrungen mehr oder weniger zufällig entdeckt wurde. Seither sorgt das salzige Wasser für ein einzigartiges Naturschauspiel.

Mehr allgemeine Informationen über Quellen, Bäder und Thermalhotels in Ungarn auch unter www.ungarn-tourismus.de, www.heilbaderbudapest.com oder www.kureninungarn.com. (Ungarisches Tourismusamt)



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