11. März 2010, Lufthansa

Lufthansa verzeichnet operativen Gewinn von 130 Millionen Euro

Die Deutsche Lufthansa AG hat im Geschäftsjahr 2009 ihr Ziel erreicht und trotz eines marktbedingten Umsatzrückgangs in Höhe von 2,56 Milliarden Euro einen operativen Gewinn von 130 Millionen Euro erzielt. Der Konzern erwirtschaftete damit rund 1,2 Milliarden Euro weniger als im Jahr zuvor. Die konjunkturbedingt schwächere Nachfrage und ein zeitgleicher, überproportionaler Rückgang der Durchschnittserlöse im Passagiergeschäft belasteten im vergangenen Jahr als Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise die Ergebniskennzahlen des Konzerns.

Vor diesem Hintergrund soll der Hauptversammlung vorgeschlagen werden, für das Geschäftsjahr 2009 keine Dividende an die Aktionäre auszuschütten. Wolfgang Mayrhuber, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG, sagte anlässlich der Vorlage der Zahlen: „Wir behaupten uns in der Krise, weil wir über unsere Geschäftsfelder breit und gut aufgestellt sind und über eine starke Bilanz verfügen.
Zudem haben wir bei Kapazität und Kosten gezielt und zügig gegengesteuert, ohne dabei den Kunden aus den Augen zu verlieren. Der unter schwierigsten Bedingungen erzielte operative Gewinn kann uns nicht zufrieden stellen, ist aber dennoch bemerkenswert. Er ist der Lohn für die konsequente Arbeit an der Verbesserung der Profitabilität, und er ist das Resultat der guten Arbeit aller Lufthanseaten.“

Das operative Ergebnis der Passage Airline Gruppe, das auch die wirtschaftliche Leistung von Germanwings, Swiss, Austrian Airlines und bmi enthält, lag mit minus acht Millionen Euro deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Das Ziel eines operativen Gewinns wurde damit in diesem Geschäftsfeld nur knapp verfehlt. Um der negativen Entwicklung im Kerngeschäft entgegen zu wirken, haben alle Fluggesellschaften des Konzerns Ergebnissicherungsmaßnahmen ergriffen und im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter vorangetrieben. Ziel des Ergebnissicherungsprogramms „CLIMB 2011″ der Lufthansa Passage ist eine nachhaltige Ergebnisverbesserung von einer Milliarde Euro bis zum Ende des Jahres 2011. Mit der Umsetzung wurde im dritten Quartal 2009 begonnen, dennoch erzielte die Lufthansa Passage im Gesamtjahr einen Verlustbeitrag von 107 Millionen Euro. Das operative Ergebnis von SWISS lag bei 93 Millionen Euro, Austrian Airlines ging seit dem Zeitpunkt der Vollkonsolidierung mit einem operativen Verlust von 31 Millionen Euro in das Gesamtergebnis der Passage Airline Gruppe ein, bmi trug einen Verlust von 78 Millionen Euro bei und Germanwings erzielte einen operativen Gewinn von 24 Millionen Euro. Mit Blick auf die Ergebnissicherungsmaßnahmen der Fluggesellschaften des Konzerns sagte Wolfgang Mayrhuber: „Es ist entscheidend, dass in allen Bereichen mit wirkungsvollen Programmen den 2/4 Auswirkungen der Krise entgegen gesteuert wird.

Wir konzentrieren uns daher auf intelligente Ansätze zur Verbesserung der Profitabilität und halten unser hohes Qualitätsniveau. Kosten senken und Qualität steigern stehen nicht im Widerspruch – im Gegenteil: auch in der Krise investieren wir in unser Produkt, am Boden und an Bord. Unsere Kunden danken es uns mit Bestnoten bei der Kundenzufriedenheit. Diese Spitzenposition werden wir halten.“
Das Geschäftsfeld Logistik musste 2009 nachfragebedingt einen starken Umsatzrückgang hinnehmen und verzeichnete einen deutlichen operativen Verlust. Die Ergebnissicherungsmaßnahmen von Lufthansa Cargo, wie die Reduzierung der Frachterkapazität, Kurzarbeit sowie reduzierte Sachkosten und Projektbudgets, finden weiterhin Anwendung. Lufthansa Technik hat sich sehr gut behauptet und verbuchte unter schwierigen Bedingungen einen Umsatzanstieg. Das Geschäftsfeld konnte zudem die in einzelnen Teilbereichen gesunkene Nachfrage kompensieren und erzielte sogar ein im Vorjahresvergleich höheres operatives Ergebnis. Das Geschäftsfeld IT-Services verzeichnete eine leichte Ergebnisverbesserung. Umsatz und operatives Ergebnis lagen dennoch unter dem Vorjahreswert, so dass die Maßnahmen zur Ergebnissicherung auch in diesem Geschäftsfeld weiter verfolgt werden. Das Geschäftsfeld Catering verbesserte bei einem Umsatzrückgang das operative Ergebnis leicht. Dennoch zielen die Anstrengungen der LSG Sky Chefs weiterhin darauf ab, dem Rückgang der Gesamterlöse entgegen zu wirken.

„Wie lange es dauern wird, bis wir die aktuellen Rückgänge wieder aufgeholt haben, vermag noch keiner zu sagen. Eine robuste Bilanz, effiziente Anpassungen der Kapazität und Kostensenkungen sind und bleiben deshalb entscheidende Erfolgsfaktoren“, betonte Mayrhuber. Für das laufende Geschäftsjahr geht der Konzern von einer leichten Belebung des Umsatzes aus. Die Umsatzentwicklung wird 2010 zudem erstmals die ganzjährige Konsolidierung der neuen Gesellschaften widerspiegeln.

Diese werden im laufenden Jahr absehbar noch nicht zur Profitabilität des Konzerns beitragen. Dennoch ist es das Bestreben des Konzerns, ein operatives Ergebnis über dem Vorjahresniveau zu erwirtschaften. Risiken stellen der Zeitpunkt einer belastbaren Nachfrageerholung sowie die Entwicklung des Ölpreises dar, so dass sich Szenarien ergeben können, die die Erreichung dieses Ziels erschweren oder fördern.

Das Jahr 2009 in Zahlen
Der Umsatz des Lufthansa Konzerns für das Geschäftsjahr 2009 betrug 22,3 Milliarden Euro, 10,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Verkehrserlöse sanken marktbedingt um 11,8 Prozent auf
17,6 Milliarden Euro. Ausschlaggebend dafür waren die gesunkenen Passagier- und Frachtzahlen bei rückläufigen Durchschnittserlösen. Insgesamt gingen die betrieblichen Erträge des Konzerns im Berichtszeitraum auf 25 Milliarden Euro zurück, ein Minus von 7,2 Prozent.
Die betrieblichen Aufwendungen haben sich im Verlauf des Jahres um 3,6 Prozent auf 24,8 Milliarden Euro verringert. Ein wichtiger Grund dafür waren die um 1,7 Milliarden Euro auf insgesamt
3,6 Milliarden Euro gesunkenen Treibstoffkosten. Dies entspricht einem Rückgang von 32,2 Prozent 3/4
, der sowohl preis-, als auch mengenbedingt war. Die Gebühren lagen um 7,5 Prozent über dem Vorjahreswert.

Das operative Ergebnis des Konzerns betrug für das Gesamtjahr 130 Millionen Euro und damit 1,2 Milliarden Euro weniger als im Vorjahr. Darin enthalten ist ein Unterschiedsbetrag aus der Erstkonsolidierung von Austrian Airlines (Badwill) in Höhe von 86 Millionen Euro. Der Rückgang des operativen Ergebnisses ist vor allem auf die negative Entwicklung in den Geschäftsfeldern Passage Airline Gruppe und Logistik zurückzuführen. Das Konzernergebnis beträgt -112 Millionen Euro.
Im Vorjahreszeitraum wurde dieses mit 542 Millionen Euro ausgewiesen.

Lufthansa investierte im Berichtszeitraum 2,4 Milliarden Euro. Davon entfielen 1,8 Milliarden Euro auf die Erweiterung und Modernisierung der Flotte. 65 Millionen Euro entfielen auf den Erwerb von
45 Prozent der Anteile an SN Airholding SA/NV (Brussels Airlines). Für den Erwerb zu konsolidierender Gesellschaften (insbesondere Austrian Airlines und bmi) wurden abzüglich der dabei erworbenen Zahlungsmittel 56 Millionen Euro aufgewendet. Aus der Veräußerung der verbliebenen Condor-Anteile und der Tilgung damit zusammenhängender Ausleihungen wurden Einnahmen in Höhe von 77 Millionen Euro erzielt. Der operative Cashflow betrug 2 Milliarden Euro, der Free Cash Flow lag bei 251 Millionen Euro. Der Konzern wies zum Ende des Jahres eine Nettokreditverschuldung von 2,2 Milliarden Euro aus.(Deutsche Lufthansa AG)



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