12. März 2010, Hotels

Investitionswelle in Hotellerie dank Mehrwertsteuersenkung

Eine riesige Investitionswelle der Hotellerie läuft an. Knapp 2 Monate nach Einführung der Mehrwertsteuerreduzierung für die Hotellerie werden den Verbänden täglich Meldungen über konkrete Maßnahmen gemacht, mit der die Mehrwertsteuersenkung in den Wirtschaftskreislauf zurückgespeist wird. Einen kleinen Überblick bieten bereits mehr als 550 Eintragungen auf der Online Plattform www.erfolg7prozent.de, die auf Initiative eines Nürnberger Hoteliers eingerichtet wurde.

Sieben statt 19 Prozent Mehrwertsteuer geben den Unternehmern dringend benötigte Handlungsspielräume für mehr Investitionen, niedrigere Preise sowie für die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen in schwierigen Zeiten. Als Beispiele nennt der DEHOGA Bezirksverband Hannover exemplarisch einige Statements aus der Region:

Designhotel Wienecke XI

– Investitionen in ein neues Hotelkonzept für ca. 250.000 Euro
– Nettoinvestition in Veranstaltungssäle von ca. 200.000 Euro
– Unternehmenserweiterung um ein weiteres 50-Zimmer-Hotel, dort werden ab März diesen Jahres ca. 350.000 Euro investiert, u.a. in ein Wärmedämmverbundsystem.
– Planung von weiteren Tagungskapazitäten für ca 100.000 Euro

Für Rückfragen steht Andreas Wienecke zur Verfügung: www.wienecke.de

Hotel zur Börse, Hameln
– Dachsanierung und Renovierung von 9 Zimmern (ca. 200.000 Euro)
– Einstellung von 2 Vollzeit-Mitarbeitern

Hotel Stadt Hameln
– Renovierung des Restaurants (Fußböden, Wände, Buffet)
– In allen 80 Zimmern werden die Fernseher ausgetauscht
– Investiert werden ca. 90.000 Euro

Für Rückfragen steht Gabriele Güse zur Verfügung: www.hotel-stadthameln.de ; www.hotel-zur-boerse.de

Gasthaus und Hotel Bähre, Burgdorf
– Ausstattung der Zimmer mit Flachbildschirmen
– Bädersanierung
– Modernisierung der Veranstaltungsräume und des Restaurants
– Preissenkungen (pauschal um 5 Prozent)
– Investiert werden ca. 50.000 Euro

Für Rückfragen steht Elmar Schulz zur Verfügung: www.hotel-baehre.de

Die Investitionen in Häuser, Mitarbeiter und niedrigere Preise belegen eindrucksvoll die positive Wirkung der Mehrwertsteuersenkung für den Tourismusstandort Deutschland, so die Verbände. Allerdings ist auch klar, dass vier Wochen nach Inkrafttreten des Gesetzes noch keine Gesamterhebung vorliegen kann. Der DEHOGA appelliert daher an die Politik, den Hoteliers, Gasthof- und Pensionsbetreibern eine faire Umsetzungschance zu geben. Eine positive Wirkung der Mehrwertsteuersenkung erfordert eine konstruktive Wegbegleitung durch die Politik auf allen Ebenen. Die Diskussion um Bettensteuern in mehreren deutschen Städten machen die Chancen aus der Mehrwertsteuersenkung zunichte und schaden dem lokalen Tourismus.

Der in Deutschland für die Hotellerie übernommene reduzierte Mehrwertsteuersatz ist in Europa schon lange der Normalfall. In 21 von 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union galten bereits reduzierte Mehrwertsteuersätze für die Hotellerie. Alle touristischen Mitwettbewerber Deutschlands waren bei der Mehrwertsteuer besser gestellt als Deutschlands Hoteliers (z.B. Schweiz 3,6 %, Österreich 10 %, Portugal 5 %, Frankreich 5,5 %, Spanien 7 %, Niederlande 6 %). Die Einführung eines reduzierten Mehrwertsteuersatzes für das Gastgewerbe in Deutschland ist kein neues Thema. Bereits in den 90iger Jahren hat sich die Politik intensiv mit einer Mehrwertsteuerreduzierung für das Gastgewerbe auseinander gesetzt – und zwar parteienübergreifend.

Die Mehrwertsteuerreduzierung bewirkt, dass die in der Deutschen Hotellerie vielfach überfälligen Investitionen für Renovierungen und Umbaumaßnahmen endlich umgesetzt werden können und die Häuser sich damit dem internationalen Wettbewerb gerecht werden können. Viele Hoteliers werden die Erleichterung bei der Mehrwertsteuer zudem in Lohnerhöhungen und Qualifikationsmaßnahmen für ihre Mitarbeiter umsetzen, wofür aufgrund des hohen Kostendrucks bislang kein Geld vorhanden war. Zudem werden zusätzliche Arbeits- und Ausbildungsplätze geschaffen. Ebenso haben Unternehmen angekündigt, gegenüber ihren Gästen die neuen Preisspielräume zu nutzen. Die derzeitige öffentliche Fokussierung auf Preissenkungen läuft nach Meinung des DEHOGA in die falsche Richtung. Der DEHOGA ist sicher, dass es vielerorts auch Preissenkungen geben wird – vordringlich geht es aber um die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Hotellerie durch Investitionen in ein attraktiveres Preisleistungsverhältnis. (TM Niedersachsen)



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