13. März 2010, Sport

Sport zwischen Bildung, Bodykult, Doping und Wertevermittlung

Es kommt nicht alle Tage vor, dass sich ein Oberbürgermeister – zumal aus einer Landeshaupt-stadt – als Herausgeber eines Buches zum Sport profiliert: Wolfgang Schuster, seit 1997 Oberbürgermeister in Stuttgart, ist vielleicht sogar das erste bundesdeutsche Stadtoberhaupt, das einen Sammelband zum Sport herausgibt. Das Buch enthält insgesamt 74 knapp und verständlich abgefasste Beiträge, darunter allein sechs von Wolfgang Schuster selbst.

Das Buch entstand im Anschluss an zwei große Kongresse in Stuttgart zum Thema Integration durch Sport und zur Sportentwicklung in den Städten als eine gesellschaftliche Aufgabe. Es gliedert sich in insgesamt 16 thematische Facetten, mit denen der „Sport zwischen Bildung, Bodykult, Doping und Wertevermittlung“ (so der Untertitel) beleuchtet wird: Sport und Gesell-schaftspolitik, Sport und Leistung, Sport und Schattenseiten, Sport und Gewalt, Sport und Gesundheit, Sport und ältere Menschen, Sport und Bildung, Sport und Integration, Sport und internationale Verständigung, Sport und bürgerschaftliches Engagement, Sport und Wirtschaft, Sport und Medien, Sport und Lifestyle, Sport und Stadtentwicklung, Sport und Image, Sport und Werte – das sind die binominalen Verbindungen, von denen die Anziehungskraft des Sports ausgeht, die aber auch zu den großen Herausforderungen gehören. Dazu gibt es aber noch eine ganz banale Botschaft: „Du brauchst Bewegung!“ als durchaus ernst gemeinte Aufforderung.

Der Herausgeber hat ein internationales Expertenteam aus rund einem Dutzend europäischen Ländern für die Beiträge gewinnen können. Alle Beiträge sind in deutscher Sprache verfasst, darunter finden sich einige von renommierten Funktionsträgern – etwa des Präsidenten des Deutschen Turner-Bundes, Rainer Brechtken, und des Präsidenten der Deutschen Olympischen Gesellschaft, Harald Denecken. In seinem Aufsatz über „Fair Play und olympische Werte als zentrale Bestandteile der Sportentwicklung“ beschreibt Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, die Potenziale des Sports. Demnach „ist der Sport wie keine andere gesellschaftliche Gruppierung geeignet, sich gegen Fremdenfeindlichkeit, Intoleranz und Gewalt zu wenden. Ein fairer Sport eröffnet unserer Gesellschaft enorme Möglichkeiten bei den beiden wichtigsten Zukunftsfeldern der Chancengleichheit und der Integration“.

Degenfechterin Claudia Bokel schreibt auch in ihrer Funktion als Mitglied der Athletenkommis-sion des Internationalen Olympischen Komitees über den „Wunsch nach Höchstleistung ein Leben lang“, während die hauptamtlichen Mitarbeiter bei der Deutschen Sportjugend Peter Lautenbach und Jörg Becker gemeinsam das Projekt „GATE – das Tor zu dopingfreiem Sport“ behandeltn und Gerd Wagner die Frage zu beantworten versucht: „Was tun gegen Rassismus und Diskriminierung im Fußballverein? Auch drei Sportwissenschaftler kommen mit Beiträgen im Band zu Wort: Neben Prof. Dr. Dr. h.c. Josef Hackforth (Technische Universität München) und Prof. Dr. Gunter A. Pilz (Leibniz Universität Hannover) auch Prof. Dr. Wolfgang Schlicht (Universität Stuttgart). Er äußert sich über: „Gelingend altern durch körperliche Aktivität“.

Wolfgang Schuster (Hrsg.): Du brauchst Bewegung! Sport zwischen Bildung, Bodykult, Doping und Wertevermittlung. (Hofmann: Schorndorf 2009; 554 S.; 34,90 Euro). (DOSB)



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