15. März 2010, Berlin, Sport

Neuer Bildband über Berliner Olympiastadion

Für einen neuen Bildband über das Berliner Olympiastadion gab es im vorigen Jahr gleich eine ganze Reihe von besonderen Anlässen: Vor 100 Jahren wurde auf dem heutigen Gelände des Stadions die Grunewald-Rennbahn als Vorläufersportstätte eingeweiht. Der Jahrestag des Baubeginns des einstigen Olympiastadions hat sich 2009 zum 75. Male wiederholt. Im Jahre 2004, also fünf Jahre zuvor, wurde das Olympiastation in seiner heutigen Form nach grund-legender Sanierung und damit rechtzeitig vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland wiedereröffnet. Diese statistischen Stationen allein rechtfertigen ein solches Buch allemal – und: Wer hätte die Aufgabe, einen attraktiven Jubiläumsband für dieses geschichtsträchtigste aller Stadien in Deutschland zu erstellen, wohl besser realisieren können als der Berliner Publizist und Autor Volker Kluge?

Das Buch zum Olympiastadion Berlin ist zweischichtig gegliedert: Den informativen Texten zum Stadion und dem angrenzenden Olympiapark (früher Reichssportfeld) sind zwischendurch mehrere Fotos-Essays mit insgesamt mehr als 250 Bildern zwischengeschaltet, die auf deutsch und in englischer Sprache erklärt werden. Im Kern zeichnet der Autor die wechselvolle Geschichte des Stadions von den Anfängen als Pferderennbahn bis zur modernen „Fünf-Sterne-Sportarena“ nach. Dazwischen liegt das dunkle Kapitel des Stadions als durch die Nationalsozialisten missbrauchte Austragungsstätte der Olympischen Sommerspiele im August 1936 – überschrieben mit „Eine Schöpfung des Dritten Reiches“. Dazu erfährt man mitten im Buch an einer Stelle, dass das Fußballspiel zwischen Deutschland und Frankreich am 19. März 1933 (Entstand 3:3) „die letzte bedeutende Sportveranstaltung in der Grunewald-Arena war, die in den folgenden Monaten von Propaganda-Spektakeln entweiht wurde“.

Das letzte inhaltliche Kapitel des Buches ist der jüngsten Geschichte von 1977 bis zum Jahre 2009 gewidmet. Hier ist auch von dem „Rekord für die Ewigkeit“ die Rede, als am 26. September 1969 insgesamt 88.075 Zuschauer die Bundesliga-Begegnung zwischen Hertha BSC und dem 1. FC Köln (Endstand 1:0) sahen, anschließend wurden die Plätze des Stadions auf 76.244 reduziert. Bei seiner Eröffnung waren es noch 96.200 gewesen.

Im hinteren Teil des Bandes findet sich eine ausführliche Zeittafel mit Daten und Fakten von 1894 bis heute sowie ein biografischer Teil mit Angaben zu bedeutenden Persönlichkeiten mit sportlicher und anderer „Nähe“ zum Olympiastadion: vom Bildhauer Karl Albiker (1878- 1961) über Weltrekordläufer Rudolf Harbig (1913-1944) bis Boxlegende Max Schmeling (1905-2005).

Im Vorwort würdigt Thomas Bach, Vize-Präsident des Internationalen Olympischen Komitees und Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, das Berliner Olympiastadion auch als einen lebendigen Geschichtsort des olympischen Sports: „Bei einer Betrachtung der knapp zwei Dutzend existierenden Olympiastadien fällt auf, dass kaum einem anderen der Sprung ins 21. Jahrhundert so gut gelungen ist wie dem Berliner Olympiastadion.“ Volker Kluge: Olympiastadion Berlin. 192 S.; 24,90 Euro (Berlin 2009: Das Neue Berlin). (DOSB)



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