26. März 2010, Bielefeld

Wissenschaft: Bielefeld unterliegt Mainz

Bielefeld hatte es bis ins Finale im Wettbewerb „Stadt der Wissenschaft 2011“ des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft geschafft. Leider konnte sich Bielefeld am Ende nicht gegen den stärksten Konkurrenten Mainz durchsetzen. Statt 250.000 Euro bringen die Bielefeld-Vertreter aber immerhin 50.000 Euro für ein ausgewähltes Projekt mit nach Hause.

Als die hochkarätig besetzte Jury des Stifterverbandes am Donnerstagmittag den Gewinner im Deutsche Bank Forum in Berlin verkündet, wird die Stimmung bei der 30-köpfigen Delegation aus Bielefeld rund um Oberbürgermeister Pit Clausen, Uni-Rektor Gerhard Sagerer, Boge-Chef Wolf Dietrich Meier-Scheuven, Stadtmarketing-Chef Hans-Rudolf Holtkamp und Wissenschaftsbüroleiterin Dr. Annette Klinkert ein bisschen getrübt. „Schade“, sagt Hans-Rudolf Holtkamp. „Wir wären sehr gerne Stadt der Wissenschaft 2011 geworden.“ Auch der Oberbürgermeister ist etwas enttäuscht. „Aber ein Querdenker lässt sich nicht entmutigen“, sagt er überzeugt. „Bielefeld ist und bleibt eine Stadt der Wissenschaft – auch ohne den Titel.“

Von den drei Finalisten präsentierte Bielefeld als Erstes morgens um 9 Uhr das Bewerbungskonzept mit dem Titel „DenkWerkStadt Bielefeld – von Querdenkern, Querköpfen & Querulanten“, das das Wissenschaftsbüro der Bielefeld Marketing GmbH entwickelt hat. „Wir freuen uns, dass wir mit dem Preisgeld von 50.000 Euro immerhin ein ausgewähltes Projekt des Konzeptes umsetzen können“, sagt Projektleiterin Dr. Annette Klinkert.

Vor der Jury stellten zunächst die drei Vertreter von Stadt, Wissenschaft und Wirtschaft – Pit Clausen, Gerhard Sagerer und Wolf Dietrich Meier-Scheuven – während einer 30-minütigen Präsentation das Konzept mit sechs geplanten „WerkStädten“ vor. Quasi als „Vernetzer“ der drei Gesellschaftsbereiche agierte WDR-Moderator Michael Thamm auf der Bühne. Von Stadtentwicklung zwischen Campus und City über Wissenschaft trifft Stadtkultur bis Denker im Dialog zeigen die einzelnen Kapitel, dass Bielefeld starke Netzwerke hat und dass Bildung einen hohen Stellenwert im städtischen Leben einnimmt.

Gleichzeitig entstand neben der Bühne ein Kunstwerk. Akrobat Walter Moshammer vom Zirkus Meer erstellte eine fünf Meter hohe Pyramide aus Karten. Am Ende machte er einen Handstand auf der Spitze. Das Kartenhaus sollte Vernetzung, Aufbruch und Bewegung symbolisieren. Im zweiten Teil der Bewerbungspräsentation stellte die Jury Fragen zum Konzept. Als weitere Podiumsgäste kamen Projektleiterin Dr. Annette Klinkert und Dr. Annemarie von der Groeben von der Bildungsinitiative TABULA e. V. auf die Bühne.

Trotz der enttäuschenden Entscheidung der Jury setzt Unternehmer Wolf Dietrich Meier-Scheuven weiter auf die Qualifizierung von Mitarbeitern. „Bildung ist die entscheidende Voraussetzung für die Zukunft. Wir leben in einem rohstoffarmen Land – deshalb ist Bildung unser Rohstoff“, sagt der Geschäftsführer von Boge-Kompressoren und Urenkel des Firmengründers. Auch Annette Klinkert will die Arbeit des Wissenschaftsbüros mit vollem Elan weiter führen. Und mit der zweiten Auflage des Wissenschaftsfestivals Geniale im August 2011 steht das nächste Groß-Projekt bereits vor der Tür. Außerdem entsteht im nächsten Jahr der neue Hochschulcampus „Lange Lage“. Deshalb ist Bielefeld so oder so eine Stadt der Wissenschaft mit vielen Querdenkern, Querköpfen und Querulanten, die etwas in der Stadt bewegen. (Bielefeld Marketing GmbH)



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