8. April 2010, Fußball

Bayern München zieht ins Champions League Halbfinale ein

Bayern München steht nach neun Jahren wieder einmal im Halbfinale der Champiaons League. Nach einer kaum mehr für möglich gehaltenen Aufholjagd verloren die Bayern das Viertelfinal-Rückspiel zwar mit 2:3 im Old Trafford Stadion von Manchester gegen Manchester United, erreichten aber nach dem 2:1 Hinspielerfolg in München wegen der Auswärtstorregel die nächste Runde.

Dabei sah es anfangs keineswegs nach einem Erfolg der Münchner Fußballprofis aus. Bereits nach sechs Minuten lagen die Bayern 0:2 zurück. Manchester spielte wie im Rausch und ließ die Abwehr der Bayern ein ums andere Mal schlecht aussehen. Vor allem über die linke Abwehrseite, auf der Badstuber dieses Mal völlig überfordert schien, rollte ein Angriff nach dem anderen auf das Münchner Tor. Aber auch alle anderen Mannschaftsteile waren in der ersten Halbzeit völlig indisponiert und wikten wie erstarrt vor dem Powerfußball von Manchester United. Die erste wirkliche Torchance für die Bayern hatte Ivica Olic dann auch erst in der 39. Minute, scheiterte aber am guten Torwart van der Saar. Als praktisch im Gegenzug nach einem wieder über die rechte Seite hervorragend herausgespielten Konter das 3:0 für Manchester durch den zweifachen Torschützen Nani fiel, schien die Party entschieden. Aber nur zwei Minuten später keimte wieder etwas Hoffnung auf, als Ivica Olic nach einer feiner Einzelleistung der 1:3 Anschlußtreffer gelang. Der Körpersprache der Byern war aber auch zu diesem Zeitpunkt nicht zu entnehmen, dass die Mannschaft ernsthaft noch an ein Erfolgserlebnis in Manchester glaubte.

Ganz anders dann die Vorzeichen in der zweiten Halbzeit. Bayern agierte von Beginn an wesentlich mutiger und aggressiver und erhielt zusätzliche Unterstützung durch eine frühe Gelb-Rote Karte für den jungen Rafael (48.) und konnte so fast eine Halbzeit in Überzahl spielen. Manchester zog sich nun weit in die eigene Hälfte zurück und kam nur noch gelegentlich gefährlich vor das Tor der Münchner. Die Bayern spielten nun geduldig das Überzahlverhältnis aus und ließen den Ball fast wie bei einem Handballspiel von Spieler zu Spieler um den Strafraum laufen, immer auf die entscheidende Torchance lauernd. Herausgespielte Torchancen gab es dabei allerdings kaum, das erlösende 2:3 fiel dann auch durch eine Standardsituation. Einen lang geschlagenen Eckball von Franck Ribery nahm Arjen Robben in der 74. Minute von der Strafraumgrenze mit vollem Risiko volley aus der Luft und ließ Torwart Edwin van der Saar keine Chance. Ein phantastisches Tor mit Ambitionen zum Tor des Monats. In der Folge verwalteten die Bayern das Ergebnis, das zum Erreichen der nächsten Runde reichte, clever über die Zeit. Die Manu-Spieler hatten keine Reserven mehr, das Spiel noch einmal zu drehen.

Im Anschluß sprachen die Bayern-Verantwortlichen von der wohl „schönsten Niederlage“ des Jahres und lobten die Moral und Einstellung der Spieler. Im Halbfinale trifft Bayern München jetzt auf Olympique Lyon, das Girondins Bordeaux ausschaltete. Sollte sich die Bayern auch gegen Lyon behaupten können, geht es am 22. Mai zum Finale nach Madrid (RNO)



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