13. April 2010, Pitztal

Erster Pitztaler Sicherheitstag ein voller Erfolg

Rund 1.500 interessierte Besucher verfolgten am Wochenende bei strahlendem Winterwetter die Vorführungen der Tiroler Bergrettung und die Präsentation des neuen Tirol Helms am Pitztaler Gletscher. Tags zuvor diskutierten 40 Teilnehmer beim Fachsymposium über die Sicherheit in Skigebieten. Diese erfolgreiche Initiative der Pitztaler Gletscherbahnen soll fortgeführt werden.

Am Freitag trafen sich rund 40 Seilbahnexperten, Touristiker und Interessierte auf Einladung von Dr. Hans Rubatscher, Geschäftsführer der Pitztaler Gletscherbahnen, um über verschiedene Sicherheitsaspekte in Skigebieten zu diskutieren. Dr. Karl Gabl, Präsident des Österreichischen Kuratoriums für alpine Sicherheit, lobte das hohe Sicherheitsbewusstsein und Verantwortungsgefühl bei den Bergbahnbetreibern. So gab es in den vergangenen Jahren keinen einzigen Zwischenfall durch Lawinen auf Skipisten und statistisch gesehen passiert nur ein Unfall auf 10.000 Abfahrten. Peter Veider, Geschäftsführer und Ausbildungsleiter des Bergrettungsdienstes von Tirol wies darauf hin, dass bei Personenrettung von Aufstiegsanlagen gemäß EU Richtlinien eine maximale Zeit von 3,5 Stunden einzuhalten ist. Bei schlechten Witterungsverhältnissen, die eine Hubschrauberbergung nicht möglich machen, müssen die Rettungsmannschaften somit einen hohen Ausbildungsstand aufweisen und das Zusammenspiel mit den verantwortlichen Betriebsleitungen der betroffenen Bergbahn muss hervorragend funktionieren. Regelmäßige Trainings sind unverzichtbar. Einen Einblick in die strengen gesetzlichen Auflagen für die Betreiber von Aufstiegsanlagen gab Anwalt Dr. Karl Reiterer und „Bild“ Journalist Hannes Kohlmeier schilderte seine Erfahrungen mit dem Seilbahnunglück von Sölden 2005. Die Schlagzeilen haben sich wie von selbst generiert. Wenn ein Unternehmen nicht für den Krisenfall vorbereitet sei, werde sich das negativ auf die mediale Berichterstattung auswirken. Dass professionelles Risiko- und Notfallmanagement mit einem relativ geringen Aufwand betrieben werden kann, hat Sicherheitsexperte Anton Gögele anhand der abgeschlossenen Sicherheits- und Notfallplanung am Pitztaler Gletscher dargestellt. Initiator Dr. Hans Rubatscher zeigte sich sehr erfreut über die Ergebnisse des Fachsymposiums und verspricht eine Fortsetzung der Initiative.

Sicherheit praktisch erleben
Nach dem Fachsymposium für Experten am Freitag wurde der 1. Pitztaler Sicherheitstag mit Rettungsvorführungen für das breite Publikum am Pitztaler Gletscher fortgesetzt. Bei strahlendem Sonnenschein verfolgten rund 1.500 Gäste vor der herrlichen Kulisse der Wildspitze die Vorführungen der Tiroler Bergrettung. Aus einem Lawinenkegel wurden von der Bergrettung Tirol unter Anwendung der verschiedenen Such – und Ortungstechniken 3 Verschüttete geborgen. Dabei hatten sich Seilbahnfachleute aus Korea als „Opfer“ zur Verfügung gestellt. Demonstriert wurde auch der Einsatz der Dampfsonde mit Suchkamera. Durch dieses Gerät kann Verschütteten sofort ein „Luftloch“ geöffnet und mittels der Endoskopkamera kann durch meterdicken Schnee gesichtet werden.

Rettung aus der Seilbahn
Den Höhepunkt bildete die Rettung von Personen aus der Gondel der Pitz – Panoramabahn. Die Bergrettung setze dabei zuerst die Seilbergetechnik ein, die wetterunabhängig und ohne Hubschraubereinsatz durchgeführt werden kann. Voraussetzung dafür ist ein hoher Übungsgrad der Retter und eine optimale Zusammenarbeit mit dem Betriebs bzw. Einsatzleiter der Bergbahn. Diese wird im Pitztal durch ein neues Notfallhandbuch sichergestellt. Atemberaubend mitzuerleben war die Rettung aus dem Gelände mit Hubschraubereinsatz.

Ein Helm für alle Fälle

Abgerundet wurde das Programm mit der Präsentation des neunen Tirol Helms. Alpin – Notärztin Cornelia Becker von der Bergrettung stellte den Helm vor, der zum Rodeln, Skifahren aber auch zum Klettern und Radfahren verwendet werden kann und von der Firma Salewa-Dynafit gemeinsam mit der Tirol Werbung und Bergrettung entwickelt wurde. Mit einer Verlosung von Tirol Helmen und anderen, von Pitztaler Unternehmen gestifteten, Preisen wurde der 1. Pitztaler Sicherheitstag für Skigebiete abgeschlossen. Auf eine Wiederholung im kommenden Jahr darf man sich freuen.(Pitztaler Gletscherbahnen)



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