15. April 2010, Island, Reisebranche

Vulkanausbruch auf Island führt zu Chaos auf europäischen Flughäfen

Der Vulkanausbruch am Eyjafjalla-Gletscher auf Island hat den europäischen Flugverkehr gehörig durcheinander gerüttelt. In ersten Meldungen ist schon von der gravierendsten Einschränkung des Flugverkehrs in der Luftfahrtgeschichte die Rede. Um die Sicherheit von Fluzeugen und Passagieren nicht zu gefährden, wurde in weiten Teilen Nordeuropas der Luftraum von den zuständigen Behörden geschlossen.

Der Vulkan war am Mittwochmorgen ausgebrochen und spukt seitdem gewaltige Mengen an Vulkanasche kilometerhoch in die Atmosphäre. Die Aschewolke bewegte sich langsam in südliche Richtungen und führte am heutigen Donnerstag zu hektischer Betriebsamkeit bei zahlreichen Flugsicherheitsbehörden. Nachdem zunächst noch davon ausgegangen wurde, dass die Aschewolke nur den nördlichen Bereich Skandinaviens beeinträchtigt, wurden im Laufe des heutigen Tages immer mehr Lufträume in ganz Europa geschlossen. Teilweise wurden die Meldungen im Minutentakt aktualisiert. Nach Informationen verschiedener Medien fielen bis zu einem Viertel aller Flüge in Europa aus. Auch auf den Flugverkehr in Deutschland, wo Ausläufer der Aschewolke im Laufe der nächsten Nacht erwartet werden, hatte der Vulkanausbruch auf Island massive Auswirkungen. Die Deutsche Flugsicherung rechnete am Nachmittag zwar noch nicht mit einer Schließung des Luftraums über Deutschland, dennoch hielten erste Flughafenbetreiber eine Schließung einzelner Flughäfen für nicht völlig ausgeschlossen. Auf jeden Fall fielen zahlreiche Flüge nach Skandinavien und Großbritannien aus.

Für Menschen und Tiere soll die Aschewolke in ihrer derzeitigen Konzentration keine Gefahr darstellen. Wahrscheinlich wird die Wolke über Deutschland kaum zu sehen sein. Bei Flugzeugen allerdings können die feinen Partikel der Vulkanasche zu Triebwerksausfällen führen. In der Vergangenheit sind bei verschiedenen anderen Vulkanausbrüchen bereits mehrfach Flugzeuge in solche Aschewolken geraten, wobei auch Triebwerksausfälle zu verzeichnen waren. Nur mit viel Glück konnten in diesen Fällen Flugzeugunglücke verhindert werden, da es den Piloten in den meisten Fällen gelang, die Triebwerke wieder zum Laufen zu bringen. Die derzeitige Vorsicht der Luftfahrtbehörden im dichten europäischen Luftraum ist also sehr gut zu verstehen. (RNO)



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