19. April 2010, Mannheim

Nutztierarche im Stadtpark Mannheim erkunden

Was haben Elefanten, Gorillas und Wale mit Braunen Bergschafen, Walliser Schwarzhalsziegen oder Cröllwitzer Puten gemeinsam? Auf den ersten Blick nichts. Doch sie alle sind vom Aussterben bedrohte Tiere. Aber nicht nur für Wildtiere, auch für gefährdete Haustierrassen gibt es organisierten Artenschutz: Die „Nutztierarche“, ein Verbund zum Schutz von aussterbenden Rassen. Auch im Herzogenriedpark engagiert man sich auf diese Weise im Artenschutz: Reviertierpfleger Niko Xanthopoulos betreut die Nutztierarche im Park der Mannheimer Neckarstadt.

„Mama, das Schwein hat ja Locken“, der sechsjährige Vincent ist verblüfft, als er im Gehege des Bauernhofs im Herzogenriedpark das wollige Borstenvieh namens Mangalitza in erster Linie am Rüssel erkennt. Schweine kennt er eigentlich kurzhaarig und rosa. „Für Kinder gibt es hier so einige „Aha“-Erlebnisse“, freut sich Niko Xanthopoulos. Er kümmert sich um den Erhalt alter, vom Aussterben bedrohter Nutztiere, seit diesem Jahr sogar mit Prädikat „Nutztierarche“. „Mindestens fünf gefährdete Tierrassen muss man haben, um zertifiziert zu werden“, erklärt Xanthopoulos, der mit den Braunen Bergschafen, den Ungarischen Wollschweinen, den Walliser Schwarzhalsziegen, den Ungarischen Zackelschafen, Cröllwitzer Puten, Bielefelder Zwerghühnern und den legendären, auf der königlichen Tafel der englischen Royals so beliebten Lachshühnern dieses Soll mehr als erfüllt.

Wolfgang Adrian, Technischer Leiter des Herzogenriedparks, legte gemeinsam mit ihm den Grundstein für die Nutztierarche im Stadtteilpark. „Es geht um den Erhalt der genetischen Vielfalt und Reserve dieser „wetterfesten“, widerstandsfähigen Tierarten. Die robusten Gene werden auch in die auf Höchstleistung getrimmten Wirtschaftsrassen wieder eingekreuzt“, betont die Leiterin der Zoologie, Christine Krämer, den biologischen Nutzen der archaischen Haustiere. Bei den pädagogischen, ökologischen und biologischen Werten, die einer solchen Nutztier-Arche eigen sind, ist ganz klar der kulturelle Aspekt nicht zu vernachlässigen: Die alten, gefährdeten Rassen sind ein zu schützendes Kulturgut, ebenso schützenswert wie architektonische Denkmäler oder museale Kunstwerke, nur eben lebendiger!

Am Freitag, den 23. April lädt Niko Xanthopoulos zu einer Führung durch die Nutztierarche in den Herzogenriedpark ein, bei der seltene Tierarten aus der Nähe bewundern und viel Wissenswertes über sie erfahren.

Fr. 23.4., 15 Uhr

Anmeldung erforderlich bei Niko Xanthopoulos, Tel: 01 51 – 55 05 65 63
Dauer jeweils 1,5 bis 2 Stunden (Stadtpark Mannheim gGmbH)



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