22. April 2010, Ryanair

Ryanair lehnt volle Kostenerstattung für ausgefallene Flüge ab

Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair ist dafür bekannt, Dinge etwas anders zu handhaben, als es ihre Mitkonkurrenten. Auch bei der sich nun anbahnenden Diskussion, wer eigentlich die Kosten des Flugverbots aufgrund des Vulkanausbruchs auf Island trägt, sticht Ryanair mit ganz eigenen Ansichten zum Thema hervor. Das Unternehmen will seinen Kunden, die ihre Flüge aufgrund der Luftraumsperrung nicht wahrnehmen konnten, die Kosten nur in Höhe des Ticketpreises erstatten, auf möglichen Zusatzausgaben bliebe der verhinderte Passagier somit sitzen. Das verstößt gegen gängiges EU-Recht, doch darauf will es Ryanair offenbar ankommen lassen.

Die Regelung innerhalb der Europäischen Union bezüglich der Passagierrechte ist eindeutig. Wird die vertraglich zugesicherte Beförderungsleistung nicht erbracht, haben die Kunden einen Anspruch auf die Erstattung des vollen Ticketpreises, inklusive der Gebühren oder eine Ersatzbeförderung. Ist diese erst zu einem späteren Zeitpunkt möglich, etwa durch einen Ausweichflug oder ein alternatives Verkehrsmittel, muss dem Fahrgast auch eine notwendige Zusatzleistung, wie z.B. ein Hotel erstattet werden.

Die Nachrichtenagentur AFP zitiert in diesem Zusammenhang den Ryanair-Chef Michael O’Leary, der sich gegenüber einem irischen Sender mit den Worten rechtfertigte, es gebe „kein Gesetz, das einer Fluggesellschaft, die 30 Euro für ein Ticket nimmt, vorschreibt, tausende Euro für Hotels auszugeben. Das ist absurd.“. Absurd sind aber auch so manche Praktiken, die die Fluggesellschaft ihren Kunden zumutet, wie Zusatzgebühren für den ersten Koffer oder eine geplante WC-Gebühr in allen Fliegern. Ob Ryanair mit seinem Vorgehen im Falle Kostenerstattung Erfolg haben wird, werden in letzter Instanz nur die Gerichte klären können. Und zu einer Klage wird es sicherlich kommen. (RNO)



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