25. April 2010, Brandenburg

Jagdschloss Hubertusstock empfängt wieder Gäste

Das Jagdschloss Hubertusstock inmitten der nördlich Berlins gelegenen Schorfheide ist aus seinem langen Dornröschenschlaf erwacht. Ab Mai werden Ausflugsgäste von 11.30 bis 18.30 Uhr an den Wochenenden bewirtet. In drei der vier Waldvillen in unmittelbarer Nachbarschaft des geschichtsträchtigen Baus werden schon ab Anfang April Einzel- und Doppelzimmer vermietet. Das Frühstück nehmen die Gäste im Jagdschloss ein.

Damit endet eine lange Periode des Stillstandes. Im Sommer 2001 war das Haus geschlossen worden. Nur noch geschlossene Gesellschaften erhielten Einlass. Vorausgegangen war ein heftiger Streit zwischen den Eigentümern und den Betreibern des benachbarten Tagungszentrums der Wirtschaft in Berlin und Brandenburg um den Namen „Hubertusstock“. Heute sind die Konflikte vergessen. Das Jagdschloss empfiehlt seinen Übernachtungsgästen ausdrücklich die Einkehr in das Restaurant „Von Hövel“ des Tagungszentrums.

Mit der Wiedereröffnung besteht nun auch die Möglichkeit, das Jagdschloss mit seiner bewegten Geschichte zu besichtigen. Das von einem kapitalen Hirsch bewachte Gebäude war 1847 bis 1849 im Auftrag von König Friedrich Wilhelm IV., zu Ehren seiner Frau, einer Tochter Maximilians I. von Bayern, im Stile eines bayerischen Landhauses errichtet worden. Später nutzte der jagdbesessene Kaiser Wilhelm II. häufig das Anwesen. Zur besseren Erreichbarkeit ließ er 1898 den Bahnhof Werbellinsee (Kaiserbahnhof) bauen. Zwischen 1971 und 1973 wurde das Schloss bis auf die Grundmauern abgerissen und nach dem Vorbild des Ursprungsbaus neu errichtet. Zusätzlich wurden vier Gästebungalows errichtet.

Hubertusstock gelangte danach mehrfach in die Schlagzeilen. Hier traf sich der DDR-Staatschef Erich Honecker 1981 mit Bundeskanzler Helmut Schmidt, zwei Jahre später mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß und im August 1988 mit dem damaligen saarländischen Ministerpräsidenten und SPD-Bundesvorsitzenden Oskar Lafontaine. Nach der Wende lockte ein Hotel zunächst mit „Urlaub in der Honecker-Suite“. Doch der dauerhafte Erfolg am Werbellinsee blieb aus. Heute führt der Radweg Berlin-Usedom nahe am Jagdschloss vorbei. www.hubertusstock.de. (TM Brandenburg GmbH)



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