30. April 2010, Griechenland

Angekündigtes Sparpaket sorgt für schwere Unruhen in Athen

In Folge der drohenden Staatspleite und den angekündigten Sparmaßnahmen des Ministerpräsidenten Giorgos Andrea Papandreou kommt es in Griechenland immer häufiger zu handfesten Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei. Das 57jährie Staatsoberhaupt Papandreou verankert in dem Rettungspaket drastische Sparmaßnahmen zu Lasten der Bevölkerung. Um den drohenden Staatskollaps abzuwenden kämpft die griechische Regierung nicht nur um Milliardenkredite der anderen EU-Staaten, sondern will auch auf nationaler Ebene wieder auf die Beine kommen.

So soll unter anderem das 13. und 14. Monatsgehalt für Staatsbedienstete und Rentner gestrichen werden. Zudem wird die Mehrwertsteuer wohl von 21 auf 23 Prozent ansteigen und auch die Steuern für Tabak, Spirituosen oder Kraftstoff sollen angehoben werden. Auf beruflicher Ebene trifft es vor allem die Staatsbediensteten hart: so sollen die Gehälter die nächsten drei Jahre eingefroren und auf unbestimmte Zeit ein staatlicher Einstellungsstopp verhängt werden. Während die Regierung derzeit mit der EU und dem IWF (Internationaler Währungsfonds) über die Höhe und die Maßnahmen zum Erhalt der angestrebten Kredite verhandelt, regt sich in der Bevölkerung immer stärkerer Widerstand gegen das geplante Sparpaket.

In der Hauptstadt Athen kam es vor dem Parlamentsgebäude zu schweren Ausschreitungen zwischen Polizei und Demonstranten: während Letztere Steine warfe,  gingen die Polizisten mit Schlagstöcken gegen die Randalierer vor. Andernorts setzten die Sicherheitskräfte Tränengas ein, um Lehrer vom Sturm des Finanzministeriums abzuhalten. (RNO)



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