2. Mai 2010, Braunschweiger Land

Kaiserdom zu Königslutter wiedereröffnet

Nach beinahe 10jähriger Restaurierungszeit wird die Stiftskirkche der ehemaligen Benediktiner-Abtei St. Peter und Paul – im Volksmund auch „Kaiserdom“ genannt – wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Wiedereröffnung erfolgt zudem im 875. Jahr der Grundsteinlegung durch Kaiser Lothar III. und seiner Gemahlin Richenza.

Im Jahr 1135 legte Kaiser Lothar III. zusammen mit seiner Gemahlin Richenza den Grundstein zur neuen Kirche des damaligen Klosters. Ihm und seinen Nachkommen sollte der Bau als Grablege dienen und zugleich seinen christlich-imperialen Machtanspruch dokumentieren. Die ehemalige Benediktiner-Abteikirche zählt zu den bedeutendsten Bauwerken der Romanik in Deutschland. Vom Anspruch her ist sie vergleichbar mit dem Speyerer Dom, dem Prestigebau der salischen Vorgänger unseres sächsischen Kaisers.

Das Innere der Kirche hat seine Fassung im ausgehenden 19. Jahrhundert durch August von Essenwein erhalten. Die farbenprächtigen Malereien stellen in Verbindung mit der erhaltenen Ausstattung ein in dieser Vollständigkeit seltenes Zeugnis historistischer Denkmalpflege dar. Mit der nun erfolgten Restaurierung wurde ein Raum Raum von einzigartiger Schönheit zurückgewonnen, einen Raum von intensiver geistlicher Ausdruckskraft.

Die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz als Eigentümerin des Kaiserdoms, die Evangelisch-lutherische Landeskirche in Braunschweig und die Stadt Königslutter am Elm haben für das Jubiläumsjahr ein Veranstaltungsprogramm mit einer großen Zahl von Kulturerlebnissen erarbeitet.

So sehr ein historischer Bau, in diesem Fall handelt es sich um den größten romanischen Kirchenbau Norddeutschlands, die Fenster in eine lebendige Vergangenheit öffnet, so sehr stehen die verantwortlichen Eigentümer des Gebäudes, die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, auch in der Verpflichtung, sich Gedanken über die Zukunft solcher bedeutender Kirchenhäuser – als Gotteshaus und als Kunstdenkmal – zu machen. Kann es doch nicht nur um das \“Bewahren\“ von Geschichte und Tradition, sondern es muss auch um das \“Gestalten\“ der Zukunft, um die Umsetzung von Visionen gehen.

So bietet der Festakt am 25. April, bei dem auch der Ministerpräsident des Landes Niedersachsen, Christian Wulff, zu Gast sein wird, eine willkommene Gelegenheit in Wort und Musik beide Aspekte aufzugreifen.
Unter den musikalischen Beiträgen befindet sich eine Auftragskomposition der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, das \“Magnificat für zwei Soprane und Orchester\“ des Braunschweiger Komponisten Manfred Trojahn, das bei dieser Gelegenheit zur Welturaufführung kommen wird.

Das \“Magnificat\“ ist der erste Teil eines Zyklus\’ von insgesamt fünf Kompositionen, der sich mit dem Begriff \“Heimat\“ auseinandersetzt. Erstmalig wird also die Braunschweiger Region von einem international renommierten Komponisten wie Manfred Trojahn musikalisch \“in Szene\“ gesetzt.

Nach seiner Wiedereröffnung wird der Dom eine deutlich intensivere Nutzung erfahren als bisher, vor allem auch in touristischer Hinsicht. In diesem Zusammenhang wird das Angebot an Führungen am Kaiserdom und in der Stadt Königslutter ab April 2010 ausgeweitet und professionalisiert.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Braunschweigische Regionalgeschichte (IBR) haben die Stiftskirchengemeinde, die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz (SBK) und die Stadt Königslutter seit September des vergangenen Jahres ein Schulungsprogramm für Stadt- und Domführer durchgeführt.
Zahlreiche Vorträge von Historikern, Steinbildhauern, Theologen, Bau- und Kunsthistorikern boten den 35 Interessierten die Möglichkeit, sich ein breites Wissen über Stadt und Dom anzueignen.

Führungen stellen einen wichtigen und unverzichtbaren Baustein bei der Vermittlung des kulturellen Erbes in der Stadt dar. Es wird zukünftig auf Zielgruppen oder Themen zugeschnittene Kaiserdom- und Stadtführungen sowie jeweils samstags und sonntags \“Öffentliche Führungen\“ – ohne Anmeldung – geben. Weitere Informationen und Veranstaltungshinweise unter www.kaiserdom-koenigslutter.de. (TR BraunschweigerLAND e. V.)



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