2. Mai 2010, Oberbayern

Traditioneller Kötztinger Pfingstritt

Nach alter Überlieferung zum Kötztinger Pfingstritt dürfen es ausdrücklich Burschen sein, die hoch zu Ross in einer langen Prozession von Bad Kötzting ins sieben Kilometer entfernte Steinbühl und zurück reiten. Der Ursprung des viel beachteten Brauchtums liegt im Jahre 1412. Damals wurde der Kötztinger Pfarrer von einem Sterbenden ins Dorf Steinbühl gerufen. Weil die Zeiten rau und der Weg dorthin gefährlich war, bat er die Kötztinger Burschen, ihm Geleit zu geben. Nach glücklicher Rückkehr wurde gelobt, den Ritt alljährlich zu wiederholen. Fast 1.000 Reiter schwingen sich seither in ihrer Tracht am Pfingstmontag um acht Uhr morgens in den Sattel und verlassen betend und unter feierlichem Glockengeläut auf prächtig geschmückten Pferden die Stadt. Die Reihenfolge der Reiter ist keineswegs beliebig – angeführt wird die Prozession vom Kreuzträger, ihm folgen Laternenträger, Fanfarenbläser, ein Kaplan mit Mesner und Ministranten sowie der „Pfingstbräutigam“ mit seinen beiden Brautführern. Der Pfingstbräutigam seinerseits trägt sich nicht wirklich mit Hochzeitsplänen; seine im Anschluss an den Pfingstritt im Haus des Gastes gefeierte Vermählung mit der Pfingstbraut hat nur symbolischen Charakter. Für Zuschauer bieten Pfingstritt und Pfingsthochzeit ein prächtiges Schauspiel. Auch zum Reitergottesdienst, der nach Eintreffen der Prozession in der Wallfahrtskirche St. Nikolaus in Steinbühl stattfindet, sind Gäste willkommen. Gegen Mittag bewegt sich der Zug zurück nach Bad Kötzting. Auf dem Stadtplatz wird dem Pfingstbräutigam feierlich das „Tugendkränzchen“ überreicht. Ein Pferdemarkt, eine Zugleistungsprüfung für Haflinger und Kaltblüter sowie ein buntes Kultur- und Volksfestprogramm umrahmen die Festtage. Auskünfte: Kurverwaltung / Tourist-Information Bad Kötzting, Herrenstraße 10, 93444 Bad Kötzting, Tel. 09941/602-150. (tvo)



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