7. Mai 2010, ADAC

ADAC zeigt sich enttäuscht über Elektro-Gipfel

Der viel diskutierte Elektro-Gipfel der Bundesregierung war nach Ansicht von ADAC-Präsident Peter Meyer eine große Enttäuschung. „Es war ein reiner Showgipfel der Industrie, die Belange der Verbraucher spielten absolut keine Rolle“, so Meyer anlässlich der Hauptversammlung des Automobilclubs in Magdeburg. Außerdem gab es weder von der Politik konkrete Zusagen bezüglich der Förderung der Elektromobilität noch von der Industrie seriöse Aussagen, wann ihre Fahrzeuge serienreif zur Verfügung stehen. „Dem Verbraucher wird aber suggeriert“, so Meyer, „dass die Einführung des Elektroautos praktisch vor der Tür steht.“

Weil das Elektroauto nach Ansicht des ADAC derzeit die größten Chancen hat, den herkömmlichen Verbrennungsmotor als Antriebstechnik abzulösen, verabschiedet der Automobilclub auf seiner Hauptversammlung am Samstag, 8. Mai 2010, eine Resolution zur Elektromobilität. Darin spricht er sich dafür aus, den Verbrauchern eine klare Orientierung zu geben, was neue Fahrzeugkonzepte leisten und wann die Fahrzeuge beim Händler stehen werden.

An die deutschen Hersteller wird appelliert, ihre Kompetenzen im Bereich der Batterietechnik voranzutreiben, um die Serienfertigung alltagstauglicher Fahrzeuge zu vertretbaren Kosten zu ermöglichen. Das Laden eines Elektroautos dürfe nicht komplizierter sein als das Betanken eines herkömmlichen Fahrzeugs.

Die Energieversorger müssen mit vernünftigen Tarifen bei voller Wahlmöglichkeit zwischen den Anbietern aufwarten und gewährleisten, dass die Strompreise transparent und die Rechnungsstellung einfach sind.

Schließlich muss die Politik die heute schon geltenden steuerlichen Vorteile für Elektrofahrzeuge konsequent weiterentwickeln. Dazu sollten die Käufer derartiger Autos für mehrere Jahre von der Kfz-Steuer befreit werden. Darüber hinaus ist ein Gesamtförderkonzept notwendig, das alle umweltfreundlichen alternativen Antriebe und Energiequellen berücksichtigt.

„Die Politik muss aber nicht nur die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen, damit sich die neue Technologie durchsetzen kann. Sie muss diese neuartige Zusammenarbeit von Unternehmen unterschiedlicher Branchen auch moderieren“, so der ADAC-Präsident. Aus diesem Grund warnt der ADAC davor, die Lenkungs- und Koordinationsgremien der Nationalen Plattform für Elektromobilität (NEP) weitestgehend unter die Führung der Industrie zu stellen. Der ADAC wird in der NEP mitarbeiten und dafür sorgen, dass die für den Verbraucher entscheidenden Fragen in den Entscheidungen berücksichtigt werden. (ADAC)



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