21. Mai 2010, Timmendorfer Strand

Internationaler Tag der vermißten Kinder in Timmendorf Strand

Die Problematik vermisster Kinder ist komplex und kennt keine Grenzen. Auch in diesem Jahr finden wiederum rund um den Globus Veranstaltungen zum Internationalen Tag der vermissten Kinder statt, um das Bewusstsein für das Schicksal vermisster Kinder und dessen oftmals tragischer Tragweite zu schärfen.

Neun Länder aus vier Kontinenten werden gemeinsam eine Internationale Kampagne am 25. Mai zum Internationalen Tag der vermissten Kinder ausrufen, um die weltweite Gemeinschaft über die Fragen im Zusammenhang mit vermissten Kindern aufzuklären und die Bemühungen sie zu finden weiterhin zu verstärken.

Diese insgesamt neun Staaten sind Teil des Global Missing Children‘s Network (GMCN), welches durch das Internationale Zentrum für vermisste und ausgebeutete Kinder (ICMEC) mit Sitz in Alexandria, USA initiiert wurde.

In vielen Ländern wird der 25. Mai als nationaler Tag für vermisste Kinder bereits seit den 1980er Jahren nach dem bis heute ungeklärten Verschwinden des damals 6jährigen Etan Patz aus New York im Jahr 1979 begangen.

Auch in Deutschland verschwinden täglich Kinder und Jugendliche. Pro Jahr gelten bundesweit bis zu 100.000 Kinder und Jugendliche als vermisst. Die Hintergründe hierzu sind vielfältig. Die meisten Kinder und Jugendliche tauchen nach kurzer Zeit wieder auf – einige bleiben für immer verschwunden.

Insgesamt mehr als 1700 Kinder und Jugendliche gelten aktuell allein in Deutschland als andauernd vermisst. Neben dem Großteil der Kinder und Jugendlichen, die von zu Hause ausreißen, sind es Fälle in denen Kinder von einem Elternteil entzogen und zum Teil ins Ausland entführt werden. Letztlich gibt es aber auch Fälle, in denen Kinder verschwinden, ohne dass es Hinweise und Spuren auf mögliche Hintergründe und einen möglichen Aufenthaltsort gibt. Diese bleiben oftmals ungeklärt.

„Unser Ziel ist es, dass kein Kind vergessen wird“, so Lars Bruhns, Leiter der Initiative Vermisste Kinder.

Weltweit hat sich mittlerweile ein ganz besonderes Erkennungszeichen zum Symbol für den Internationalen Tag der vermissten Kinder entwickelt: das Vergissmeinnicht. Die Initiative Vermisste Kinder ruft zum diesjährigen 25. Mai dazu auf, ein Zeichen gegen das Vergessen und für die Hoffnung aller vermisster Kinder und deren Angehöriger zu setzen.

Ein Vergissmeinnicht-Pin als Zeichen der gesellschaftlichen Solidarität wird in vielen deutschen Städten durch die Initiative Vermisste Kinder zu Veranstaltungen rund um den 25. Mai kostenlos verteilt.

Die zentrale Veranstaltung zum diesjährigen Internationalen Tag der
vermissten Kinder findet mit Unterstützung des Sea Life Centers in
Timmendorfer Strand statt. Neben Hilfestellungen zur Prävention und Informationen über die Arbeit der Initiative Vermisste Kinder wird eine Luftballonaktion mit den Bildern vermisster Kinder stattfinden.

Die Veranstaltung wird durch die Ausstellung “50 Kinder” des Berliner Fotokünstlers und Fotografen Holger Jacobs begleitet. Neben den Veranstaltungen in der „realen Welt“ wird erstmals auch in der virtuellen 3D-Welt Second Life der Tag der vermissten Kinder veranstaltet werden.

Das seit 2003 verfügbare System hat 15 Millionen registrierte
Benutzerkonten, über die rund um die Uhr meist rund 60.000 Nutzer
gleichzeitig in das System eingeloggt sind. „Wir versuchen neue Wege zu gehen, um Menschen aus aller Welt über die Thematik vermisste Kinder zu informieren und über die hiermit verbundene Problematik aufzuklären. Insbesondere das Internet spielt hierbei eine besondere Rolle, wie die immer noch sehr aktuelle Diskussion zur Sperrung von Internetseiten mit kinderpornographischen Inhalten zeigt. Im weltweiten Kampf gegen den Missbrauch und die Ausbeutung von Kindern erreichen wir auf diesem Wege eine Vielzahl an Menschen dort, wo sich auch die Schauplätze dieser Erscheinungen abbilden – eben im Internet“, erklärt Lars Bruhns. (Initiative Vermisste Kinder)



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