6. Juni 2010, Berchtesgadener Land

UNESCO erkennt Erweiterung des Biosphärenreservats Berchtesgarden an

Die UNESCO hat am Mittwoch eine Erweiterung des Biosphärenreservats Berchtesgaden in Deutschland anerkannt. Dies hat der Internationale Koordinationsrat des UNESCO-Programms „Der Mensch und die Biosphäre“ (MAB) auf seiner Tagung vom 31. Mai bis 4. Juni in Paris beschlossen. Das UNESCO-Gremium erweiterte das Biosphärenreservat auf die gesamte Fläche des Landkreises Berchtesgadener Land. Es umfasst damit 840 Quadratkilometer mit den Städten Bad Reichenhall und Freilassing. Weltweit wurden 13 neue Biosphärenreservate in 10 Ländern anerkannt. Die nächste Sitzung des Internationalen Koordinierungsrats von MAB im Jahr 2011 wird auf Einladung von Bundesumweltminister Norbert Röttgen in Deutschland stattfinden.

Die Auszeichnung als „UNESCO-Biosphärenreservat“ hat Berchtesgaden bereits 1990 erhalten. Die Region liegt im äußersten Südosten Deutschlands in den bayerischen Alpen. Die einzigartige Berglandschaft bietet Lebensraum für seltene Arten wie das Murmeltier, die Gämse, das Schneehuhn, das Edelweiß oder den Enzian. Mit Königssee und Watzmann beherbergt es weltberühmte Sehenswürdigkeiten. Das gesunde Gebirgsklima zieht jährlich rund 1,5 Millionen Besucher an. Die Entwicklung eines nachhaltigen Wintertourismus zählt zu den größten Herausforderungen der nächsten Jahre.

Zum weltweiten Netzwerk der UNESCO-Biosphärenreservate gehören seit heute auch zwei Gebiete in Äthiopien. Die Biosphärenreservate „Yayu“ und „Kafa“ bewahren die letzten Ursprungsgebiete des Waldkaffees. Deutschland hat Äthiopien unterstützt, die beiden Biosphärenreservate einzurichten. Neu auf der Liste der Biosphärenreservate sind auch „Dena“ im iranischen Zagros-Gebirge, die simbabwische „Middle Zambezi“, die Waldgebiete „Tuchola“ in Polen und „Gwangneung“ in Südkorea, das Archipel im schwedischen Vänern-See, das slowenische Gebiet „Kozjansko und Obsotelje“, die nicaraguanische Insel Ometepe, die Gebiete „Oxapampa-Ashininka-Yanesha“ in Peru und die drei Gebiete „Nahá-Metzabok“, „Islas Marías“ und „Los Volcanes“ in Mexiko. Neben Berchtesgaden wurden Biosphärenreservate aus Finnland, der Schweiz, Costa Rica und Chile erweitert.

Das Weltnetz umfasst jetzt 564 UNESCO-Biosphärenreservate in 109 Ländern. In Deutschland gibt es 15 UNESCO-Biosphärenreservate. UNESCO-Biosphärenreservate sind repräsentative Modellregionen, in denen nachhaltige Entwicklung verwirklicht wird. Im Mittelpunkt stehen vor allem Kulturlandschaften, die vom Menschen geschaffen wurden. UNESCO-Biosphärenreservate zeigen, dass der Schutz von Ökosystemen und biologischer Vielfalt Hand in Hand gehen kann mit wirtschaftlichem Erfolg und gesellschaftlichem Zusammenhalt. (UNESCO)



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