8. Juni 2010, New York

Proteste gegen Moschee am Ground Zero

Eine hochemotionale Debatte wird derzeit in New York über den Bau einer Moschee nahe des Ground Zero, dem Platz an dem die Terroranschläge des 11. Septembers statt fanden, geführt. Obwohl der Gemeinderat von Manhattan bereits vor zwei Wochen mittels eines Votums für die Errichtung des sogenannten „Cordoba House“ gestimmt hat, demonstrierten erneut Menschen unweit des Platzes, an dem einst die Zwillingstürme standen, gegen die Entscheidung.

Initiator des Protestes ist die Vereinigung „Bündnis gegen die Islamisierung Amerikas“. Dem Aufruf gefolgt sind zahlreiche Menschen, die Angehörige bei dem Terroranschlag verloren haben. Viele von ihnen verstehen nicht, warum New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg sich klar für das Projekt ausspricht. Relativiert werden mussjedoch, dass es sich bei dem 15-stöckigen „Cordoba House“ nicht um eine Riesenmoschee, sondern um ein islamisches Kulturzentrum handelt. Bauherr ist die „Cordoba Initative“, hinter der der hochgebildete für den interreligiösen Dialog stehende kuwaitische Imam Faisal Abdul Rauf steht. Dieser hat als Platz für das Zentrum mit Gebetsraum, Theater, Koch-Schule, Restaurant und Veranstaltungsräumen nicht unmittelbar den Ground Zero gewählt, sondern eine Stelle, die zwei Straßen und etwa zehn Minuten Gehweg entfernt liegt.

Dass der Gemeinderat zuvor über den Antrag auf Errichtung des „Cordoba House“ nach einer leidenschaftlichen Aussprache zwischen Befürwortern und Gegnern abstimmte, war ein symbolischer Akt, der beiden Seiten die Möglichkeit gab, ihre Argumente auszutauschen. Rechtlich verhindern können, hätte er den Bau des Kulturzentrums nicht, da die amerikanische Verfassung es verbietet, sich in religiöse Dinge einzumischen. (RNO)



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