8. Juni 2010, ADAC

Raser gefährden die Sicherheit von Schulkindern

Um die Sicherheit von Kindern auf ihrem Schulweg steht es nicht zum Besten. Dies haben Geschwindigkeitsmessungen des ADAC vor 25 Schulen in zehn Bundesländern ergeben. Dabei wurde die zulässige Höchstgeschwindigkeit von Tempo 30 von mehr als 60 Prozent der Autofahrer überschritten. Insgesamt wurden 43 828 Fahrzeuge gemessen, 26 329 davon waren zu schnell unterwegs. Der Rekordwert von 96 km/h wurde vor einer Grundschule in Hamburg festgestellt.

Die Tempo-Checks wurden auf verschiedene Weise im Frühjahr 2010 durchgeführt. Der ADAC ermittelte die Geschwindigkeiten durch verdeckte Messungen. Darüber hinaus überprüfte der Club gemeinsam mit der Polizei und unter Beteiligung von Schulkindern die Fahrgeschwindigkeiten. Zudem flossen kommunale Messdaten in die Ergebnisse ein.

Um der alltäglichen Raserei vor Schulen entgegenzuwirken, fordert der ADAC regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen vor Schulen. Darüber hinaus sollten die Innenministerien der Bundesländer sicherstellen, dass die Polizei die wichtige Präventions- und Aufklärungsarbeit im Umfeld von Schulen fortführen und ausbauen kann.

Eine größere Akzeptanz von Tempo-Beschränkungen durch die Autofahrer verspricht sich der Club durch die Einführung von zeitlichen Geschwindigkeits-Wechselzeichen. Dabei kann nach den kritischen Tageszeiten morgens und mittags sowie während der Ferien das Tempo angepasst werden. Eine Verbesserung der Verkehrssicherheit kann auch durch bauliche Veränderungen an den Straßen – so genannte Tempobremsen – erreicht werden. Auch elektronische Geschwindigkeitsdisplays, die dem Autofahrer das aktuelle Tempo anzeigen, können die Verkehrssicherheit erhöhen.

Gefordert sind nicht zuletzt die Autofahrer, sich an die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit vor Schulen zu halten. Laut ADAC beträgt der Anhalteweg bei 30 km/h auf trockener Straße 13 Meter. Bereits bei einer Überschreitung von 10 km/h erhöht er sich auf 20 Meter, bei 50 km/h verdoppelt er sich auf 26 Meter.



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