9. Juni 2010, Baden-Württemberg

Entlang des Limes zu den historischen Stätten der Römer

Als die Römer vor fast 2000 Jahren den Obergermanisch-Rätischen Limes bauten, ahnten sie nicht, welch historisches Geschenk sie damit eines Tages den Menschen machen würden. Heute ist die 550 Kilometer lange Grenzbefestigung in Deutschland neben der Chinesischen Mauer das längste Bodendenkmal der Welt und seit 2005 UNESCO-Weltkulturerbe. Auf einer Strecke von fast 60 Kilometer Länge führt der Limes durch die Schwäbische Ostalb.

Ob zu Fuß oder mit dem Fahrrad, im Auto oder auf dem Motorrad – die Wege entlang des Limes führen zwar nicht direkt nach Rom, aber dafür zu den historischen Stätten der Römer. Die Deutsche Limesstraße reicht von Rheinbrohl/Bad Hönningen am Rhein bis nach Regensburg an der Donau. Im Ostalbkreis machen Reisende an kulturhistorisch interessanten Stationen halt, etwa dem Kastell in Böbingen, dem Limesturm in Rainau-Buch oder der freigelegten Limesmauer in Ellwangen-Pfahlheim. Ein besonderer Höhepunkt ist das Limes-Museum in Aalen mit Archäo-Park auf dem sechs Hektar großen Gelände des Reiterkastells. Dieses größte Museum am Limes in Süddeutschland vermittelt seinen Besuchern einen umfassenden und lebendigen Einblick in das Leben der Soldaten und Zivilisten an der damaligen Grenzlinie.

Neu rekonstruiert: das Limestor Dalkingen
Ganz in der Nähe von Rainau-Buch wird im Juli 2010 das Limestor bei Dalkingen eingeweiht. Ihm kommt unter den römischer Bauten entlang des Limes besondere Bedeutung zu. An der Außengrenze des Römischen Weltreichs ist hier – vermutlich im Zusammenhang mit einem siegreichen Feldzugs Kaiser Caracallas gegen die Alamannen in den Jahren 213 und 214 n. Chr. – ein prunkvoller, 12 Meter hoher römischer Triumphbogen mit einer überlebensgroßen Kaiserstatue aus Bronze entstanden. Ab Juli 2010 wird das Tor von einem imposanten ca. 12 Meter hohen gläsernen Schutzbau umgeben. Er besteht aus einer filigranen Stahlkonstruktion mit einem Glaskubus, der frei über dem originalen Mauerwerk schwebt. Kulissenartig aufgehängte Stoffbahnen lassen das einstige Aussehen erahnen. Ab 25. Juli bis Mitte Oktober wird das Tor jeden Sonntag von 11 bis 16 Uhr geöffnet.

Die Limes-Cicerones
An den antiken Originalschauplätzen der Römer erwarten im Ostalbkreis die Limes-Cicerones ihre Gäste. In stilechten römischen Uniformen gewandet, verpacken die qualifizierten Gästeführer Geschichte in Geschichten und hauchen mit ihren Darstellungen fiktiven Figuren aus der Vergangenheit Leben ein. Bei Nachtpatrouillen und Limesspaziergängen schlüpfen die Cicerones, die 2008 mit dem Archäologiepreis des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet wurden, in die Rolle eines römischen Händlers oder eines kämpferischen Galliers und präsentieren Geschichte zum Anfassen.

Römertage 2010 in Aalen
Eines der größten Römertreffen Europas findet am 25. und 26. September 2010 in Aalen statt: Die Römertage auf dem Gelände des Limesmuseums. Stolze Legionäre in blitzblanken Rüstungen schreiten durch das Kastell, unter Stöhnen wird ein „Skorpion“, ein gefährliches Pfeilgeschütz aufgebaut, Lagerfeuer lodern, römische Händler und Handwerker preisen ihre Waren feil, Gladiatoren stehen sich in gefährlichen Kämpfen gegenüber. Über 300 Mitwirkende lassen die Vergangenheit wieder lebendig werden: Legionäre und Auxiliarii zu Fuß und zu Pferd, Bogenschützen, Gladiatoren, Händler, Handwerker und römische Bürger präsentieren sich mit eindrucksvollen Vorführungen. Natürlich gibt es wieder neue Aktionen und Gruppen zu bestaunen. Aus sechs europäischen Ländern kommen die Akteure, viele davon aus Funk und Fernsehen bekannt. (TV Schwäbische Alb)



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