10. Juni 2010, Musik, Polen

Polens Starkomponist Fryderyk Chopin geht auf Tournee

Polen schickt Fryderyk Chopin auf Tournee. Ein Großsegler mit dem Namen des weltberühmten Komponisten startet am 12. Juni von der Hafenstadt Szczecin (Stettin) zu einem dreimonatigen Törn durch Europa. Der Zweimaster wird im Juli in mehreren norddeutschen Hafenstädten vor Anker gehen und musikalische Grüße aus dem Nachbarland bringen. Die junge Crew will dabei für die touristische und kulturelle Vielfalt Polens werben.

Die Reise der „Fryderyk Chopin“ sei die bislang größte Werbeaktion der Polnischen Organisation für Tourismus im In- und Ausland, betonte deren Präsident Rafał Szmytke auf einer internationalen Pressekonferenz am 10. Juni in Warschau.

Hamburg, Lübeck, Rostock und Kiel sind Stationen der dreimonatigen Reise, die auch nach Skandinavien, Belgien, Frankreich, Großbritannien und in die Niederlande führen wird. An Bord des Schiffes sind junge Leute, die in einem landesweiten Wettbewerb ausgewählt wurden und sich als Botschafter ihres Landes präsentieren werden. In großen Zelten, die in jedem Hafen aufgebaut werden, laden sie zum Diskutieren, Tanzen und Feiern ein.

Im Mittelalter seien große Segelschiffe auf den Meeren der Welt unterwegs gewesen, um neue Länder und Märkte zu entdecken, meint Rafał Szmytke. Bei dieser Tour könnten Menschen vieler europäischer Länder ein interessantes neues Reiseziel für sich entdecken. „Wir wollen Polen als ein Land von erstaunlicher Vielfalt und mit einem reichen kulturellen Erbe zeigen“, nennt er das Ziel der dreimonatigen Werbetour unter dem Motto „Chopin. The Course“.

Besucher haben nicht nur die Möglichkeit, den stolzen Zweimaster zu besichtigen, auf sie wartet auch ein umfangreiches Kultur- und Unterhaltungsprogramm rund um die „Fryderyk Chopin“. So führen junge Künstler der polnischen Gruppe Ocelot bei Einbruch der Nacht eine atemberaubende Ballett-Show zur Musik von Chopin auf der Takelage des Schiffes auf. Zu den Klängen des polnischen Pianisten kann man tanzende Fontänen bei einer Show mit Licht und Wasser erleben, es gibt nächtliche Feuerwerke und kostenlose Einführungen in den polnischen Nationaltanz, die Polonaise.

In Lübeck und Kiel finden begleitend dazu Konzerte im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals statt, das sich dieses Jahr besonders der polnischen Musik widmet. „Polen im Puls“ ist das Motto des Festivals, das den Besuchern neben Chopin auch andere polnische Komponisten wie Karol Szymanowski, Stanisław Moniuszko oder Krzysztof Penderecki nahe bringen möchte.

Für die gesamte Reise werden rund 70 leuchtend weiße Klaviere angefertigt, die an den einzelnen Etappen von Besuchern signiert und künstlerisch gestaltet werden können und als Erinnerung an den Besuch der „Chopin“ in den Städten verbleiben werden. In Rostock werden sich Teams aus drei Schulen an einem Wettbewerb um die Gestaltung des schönsten Klaviers beteiligen. Die Gewinner dürfen bei der nächsten Etappe der Kreuzfahrt mit an Bord gehen. In Kiel wird anlässlich des Besuchs des Großseglers eine riesige Statue mit dem Bildnis von Chopin errichtet.

„Es war kein Zufall, dass wir die Musik von Fryderyk Chopin als Motiv für die Reise wählten“, betonte Rafał Szmytke vor der Presse. „Er genießt nicht nur Sympathien in der ganzen Welt, sondern leistete auch einen wichtigen Beitrag zum kulturellen Erbe Europas.“ Musik sei „eine universelle Sprache, die Emotionen weckt und keine Grenzen oder Sprachbarrieren kennt.” Fryderyk Chopin wurde vor 200 Jahren in Żelazowa Wola bei Warschau geboren und gilt als einer der bedeutendsten Musiker Polens. Aus Anlass seines Geburtstages begeht Polen das Chopin-Jahr 2010 mit Hunderten von Veranstaltungen im ganzen Land.

Der nach dem Musiker benannte Zweimaster wurde 1990 bis 1992 auf einer Werft in Gdańsk (Danzig) gebaut und hat seinen Heimathafen in Szczecin. Das 55 m lange Schiff nahm bereits an zahlreichen internationalen Regatten teil und erreicht mit seinen 1.200 qm großen Segelflächen eine maximale Geschwindigkeit von 16 Knoten. Seine Besatzung zählt 56 Personen. (FVA Polen)



» Diesen Artikel via Mail weiterempfehlen





Das könnte Sie auch interessieren:

Weitere Beiträge zum Thema: