13. Juni 2010, Baden-Württemberg

Geo-Park Schwäbische Alb -ein Stein gewordenes Geschichtsbuch

Sie steckt voller Geheimnisse und gibt den Besuchern so manches Rätsel auf. Denn die Schwäbische Alb ist nicht einfach nur ein Mittelgebirge wie viele andere auch, sondern ein „Stein gewordenes Geschichtsbuch“, in dem sich die Erdgeschichte entziffern lässt wie einst die ägyptische Schrift mit dem Stein von Rosette. Die über Jahrmillionen entstandene Karstlandschaft gilt als die höhlenreichste Region Deutschlands, deren eiszeitliche Höhlen die ältesten Kunstwerke der Menschheit in sich bargen. Mit ihrem einmaligen Reichtum faszinierender Fossilien, Korallenriffen, Vulkanen und sogar einem Meteoritenkrater gibt es unendlich viel zu entdecken. Nicht ohne Grund wurde die Schwäbische Alb zum Nationalen, Europäischen und Globalen Geopark der UNESCO erhoben.

Die GeoPark-Infostellen und ihre Schwerpunkte
Die Schlüssel zum Aufspüren der Geheimnisse dieses südwestdeutschen Mittelgebirges bilden die bisher 14 GeoPark-Infostellen, die in bestehenden Museen, Höhlenhäusern und Infozentren eingerichtet wurden. Jede Infostelle bietet dem Besucher dabei ihren ganz eigenen Einblick in die 200 Millionen Jahre Erdgeschichte der Schwäbischen Alb. Hier ein Überblick:

Urweltmuseum Aalen. Faszinierende Fischsaurierskelette, riesige Ammonitengehäuse, versteinerte Seeigel, Seesterne oder filigrane „Urkorallen“ berichten über die marine Vergangenheit der Schwäbischen Alb. (www.urweltmuseum-aalen.de)

Das Meteorkratermuseum Steinheim-Sontheim berichtet von den Folgen eines Meteoriteneinschlags vor 15 Millionen Jahren für das Leben und Sterben im und am damaligen Steinheimer See. (www.steinheim-am-albuch.de)

Auf der Burg Katzenstein bei Dischingen wird das Thema „Stein als Baumaterial“ verdeutlicht und der Bogen in den benachbarten Geopark Ries geschlagen, das durch den Aufschlag eines Meteoriten im Nördlinger Ries entstand. (www.burgkatzenstein.de)

Die Höhlenerlebniswelt in Giengen-Hürben spürt den Höhlenbären der Schwäbischen Alb nach. Im Höhlenhaus am Fuß der Charlottenhöhle stehen kurzweilige Informationen zur Karstlandschaft und zu den Anfängen der menschlichen Kunst und Kultur vor mehr als 35.000 Jahren auf dem Programm. (www.baerenland.de)

Die Höhle des Löwenmenschen in Rammingen-Lindenau bietet einen Überblick über die Lonetalhöhlen. Hier wurden einige der ältesten figürlichen Kunstwerke der Menschheit entdeckt, so auch der ca. 32.000 Jahre alte Löwenmensch, über den eine permanente Ausstellung informiert. (www.lonetal.net)

Im Riffmuseum Gerstetten betritt der Besucher ein unter dem Meer liegendes Paradies aus Korallen und Schwämmen und erlebt die einstige bezaubernde Unterwasserwelt des Jurameeres. Die Erdgeschichte der Gerstetter Alb wird auf dem ca. 8 km langen „Urmeerpfad“ zusätzlich eindrucksvoll erlebbar. (www.gerstetten.de)

Eine Besonderheit stellt die Doppel-Infostelle Bad Boll / Göppingen dar. Die Gemeinde und das Jurafangowerk Bad Boll sowie das Naturkundemuseum Göppingen informieren gemeinsam über die Verknüpfungen zwischen Geologie, Bodenschätzen wie Sauerwasser, Jurafango, Schwefel- und Thermalmineralwasser, den landschaftlichen Besonderheiten sowie regionalen Produkten. (www.bad-boll.de, www.erlebnisgeologie.de, www.museen.goeppingen.de)

In die Tiefen der Schwäbischen Alb führt die Laichinger Tiefenhöhle, die mit 55 Metern tiefste Schauhöhle Deutschlands. Gewaltige Schächte und große Hallen üben während des Rundgangs einen besonderen Reiz auf die Besucher aus. Das höhlenkundliche Museum über dem Höhleneingang bietet interessante Einblicke in die geheimnisvolle unterirdische Welt. (www.tiefenhoehle.de)

Einblicke in die Welt der Steinzeitmenschen gibt das Urgeschichtliche Museum in Blaubeuren. Es zeigt den Wandel der Werkzeugtechnologie über Jahrtausende und die Entwicklung der steinzeitlichen Kultur. Mit vielen museumspädagogischen Angeboten wird die Steinzeit für die Besucher direkt fassbar gemacht. (www.urmu.de)
Das Zentrum für Natur, Umwelt und Tourismus im Münsinger Bahnhof lädt zu einer Reise in die Lebensräume der Schwäbischen Alb, in das Innere von Höhlen und Dolinen, in geheimnisvolle Buchenwälder und zu Wacholderheiden ein. (www.muensinger-bahnhof.de)

Regionale Produkte gibt es hier ebenso wie im Kundenzentrum der Firma Alb-Gold in Trochtelfingen. Im Erlebnisbereich KräuterWelt kann man dort die Kräutervielfalt der Jahreszeiten genießen. Geologie zum Anfassen und Staunen bietet ein Steintisch, der viel Wissenswertes über die Gesteinsschichten vermittelt und Steine begreifbar macht. (www.alb-gold.de)

Mit etwas Glück kann man auf dem Klopfplatz beim Fossilienmuseum im Werkforum der Firma Holcim in Dotternhausen einen Ammoniten auf einer Ölschieferplatte finden. Beim Rundgang im Museum taucht man in die Welt der Ammoniten, Seelilien, Krokodile und Ichthyosaurier ein. (www.holcim.de/sued)
Diese präsentiert sich auch im Museum im Kräuterkasten im nahe gelegenen Albstadt. Zudem wird hier die geschichtliche und kulturelle Entwicklung der Ebinger Alb von der Altsteinzeit bis zum frühen Mittelalter dokumentiert. (www.albstadt.de)

Die ländliche Geschichte der Südwestalb präsentiert das Freilichtmuseum in Neuhausen ob Eck. Über 20 originalgetreu versetzte Gebäude bieten einen Einblick in die Lebenswelt unserer Vorfahren in den letzten Jahrhunderten. Auch das ist ein wichtiger Teil eines Geoparks. In dem Museum findet im April 2011 das zweite GeoPark-Fest statt, bei dem sich alle Infostellen und weitere Akteure gemeinsam mit vielfältigen Mitmachaktionen präsentieren. (www.freilichtmuseum-neuhausen.de)

Informationen: GeoPark Schwäbische Alb, Nationaler, Europäischer und Globaler Geopark der UNESCO, Altes Lager R 13, 72525 Münsingen, info@geopark-alb.de, www.geopark-alb.de.



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