18. Juni 2010, Zürich

Pilotversuch: Zürich will Cannabis im Rathaus verkaufen

Ein ungewöhnlicher Pilotversuch könnte demnächst in der Schweizer Stadt Zürich starten: der Gemeinderat hat sich dafür ausgesprochen, künftig die Droge Cannabis auf einem Bio-Bauernhof der Stadt anzubauen und dann kontrolliert im Rathaus an Konsumenten abzugeben. Die Befürworter hoffen mit dieser ungewöhnlichen Maßnahme, die Kontrolle über die Drogen-Szene zurückzuerlangen und den Verkauf von harten Drogen einzudämmen. Nach dem positiven Votum im Parlament hat nun der Stadtrat Zürichs zwei Jahre Zeit, dass Postulat zu prüfen.

Die Idee, den Haschisch-Verkauf in Zürich zu kontrollieren, stammt bereits aus dem Jahr 2006 und wurde von zwei Gemeinderäten der Grünen eingebracht. Mit einer Mehrheit von 67 zu 49 Stimmen sprachen sich jetzt die Parlamentarier für den Pilotversuch aus. Die Abgabe der Droge an Personen über 18 Jahre soll dokumentiert und wissenschaftlich begleitet werden. Ferner soll es für Jugendliche mit starkem Haschischkonsum eine Beratung zu ihrer Sucht geben. Die Einnahmen durch den Drogenverkauf sollen unter anderem für Prävention an Schulen eingesetzt werden.

Ob das Cannabis auch an ausländische Besucher der Stadt Zürich verkauft werden darf, wurde noch nicht entschieden. Auch kann der Stadtrat den Versuch noch abblasen, wie es in Bern bereits mit einem ähnlichen Vorhaben geschehen ist. (RNO)



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