30. Juni 2010, Museen

Otto-Dix-Haus in Hemmenhofen verkauft

Im März 2009 war im Kunstmuseum Stuttgart das Konzept zum Erhalt des sanierungsbedürftigen Otto-Dix-Hauses in Hemmenhofen vorgestellt worden; im Dezember wurde der gemeinnützige Verein „Otto-Dix-Haus-Stiftung e.V.“ gegründet. Jetzt ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Rettung des Gebäudes getan: am Mittwoch, 30.
Juni, haben Bettina Dix-Pfefferkorn, die Enkelin des Künstlers und
bisherige Eigentümerin des Anwesens am Bodensee, und der Verein „Otto-Dix-Haus-Stiftung e.V.“ im Notariat Radolfzell den Kaufvertrag
unterzeichnet. Damit ist der Weg frei zur Instandsetzung des Anwesens, in dem der weltberühmte Maler Otto Dix von 1936 bis zu seinem Tod 1969 gelebt und gearbeitet hat. Die notwendigen Baumaßnahmen sollen zeitnah beginnen. Danach wird das Kunstmuseum Stuttgart das Otto-Dix-Haus als
Außenstelle übernehmen.

„Es ist geschafft“, erklärt Stuttgarts Oberbürgermeister Dr. Wolfgang
Schuster, „trotz der allgemein schwierigen Finanzlage ist es uns in
einer gemeinsamen Anstrengung gelungen, eine tragfähige
Finanzierungsvereinbarung zu schließen, die den Erwerb dieses
kulturhistorisch bedeutenden Gebäudes durch den Verein ermöglichte“.
Demnach stellt die Stiftung Kunstmuseum Stuttgart gGmbH als Tochter
der Landeshauptstadt Stuttgart dem Verein einen Betrag in Höhe von
250.000 Euro zur Verfügung; die Gemeinde Gaienhofen, vertreten durch
Bürgermeister Uwe Eisch, stellt 150.000 Euro bereit; der Landkreis
Konstanz beteiligt sich mit 50.000 Euro am Erhalt des Otto-Dix-Hauses;
hinzu kommen private Spenden durch die beiden Unternehmer Kurt-Josef und Kai Uwe Michels in Gesamthöhe von 150.000 Euro.

„Die Zusammenarbeit des Vereins mit dem Stuttgarter Kunstmuseum
garantiert höchste Qualität und wird einen weiteren Kulturmagneten am
Untersee im Landkreis Konstanz schaffen“, freut sich der Konstanzer
Landrat und Vorsitzende des Vereins Otto-Dix-Haus-Stiftung e.V.,Frank
Hämmerle, und betont, dass „die bisherige Eigentümerin dem Verein mit
der Kaufsumme entgegengekommen ist, um einen Beitrag zum Erhalt dieses wundervollen Anwesens zu leisten.“ Gemeinsam mit Stuttgarts
Bürgermeisterin für Kultur, Bildung und Sport, Dr. Susanne Eisenmann,
und dem privaten Stifter Kurt-Josef Michels unterzeichnete er im Namen
des Vereins am Mittwoch, 30. Juni, den Kaufvertrag. Um das seit Jahren
sanierungsbedürftige Haus zu retten und dauerhaft als Ausstellungs-
und Dokumentationsstätte erhalten zu können, sind zudem weit reichende Erhaltungs- und Umbaumaßnahmen erforderlich. Dabei werden die für den Betrieb eines Museums notwendigen Erfordernisse wie eine teilweise Klimatisierung oder der Einbau eines Sicherheitssystems berücksichtigt.

„Zur endgültigen Finanzierung des Umbaus werden wir jetzt gemeinsam mit dem Landkreis potentielle Sponsoren ansprechen“, kündigte Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster an.

Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten soll das Kunstmuseum Stuttgart, das über die weltweit bedeutendste Otto Dix-Sammlung verfügt und sich durch seine Ausstellungstätigkeit und intensive Auseinandersetzung mit dem Werk des Künstlers zu einem kunsthistorischen Forschungszentrum entwickelt hat, den Betrieb des ehemaligen Atelier- und Wohnhauses übernehmen. Das Stuttgarter ›Mutterhaus‹ wird von da an die Dependance am Bodensee kuratorisch, restauratorisch, technisch, administrativ und
öffentlichkeitswirksam betreuen, wobei die Mitglieder des ortsansässigen Fördervereins weiterhin aktiv einbezogen werden. (Kunstmuseum Stuttgart)



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