Sechs Millarden für die Luftverkehrsabgabe

Mitte 2008 führte die niederländische Regierung eine neue Pauschalabgabe für Flugtickets ein. Bis zu 350 Millionen Euro sollte die „Ticket Tax“ Jahr für Jahr zusätzlich einnehmen – doch der Plan scheiterte.

Fast eine Million Passagiere wich auf Flughäfen im angrenzenden Ausland aus, das Verkehrsaufkommen an  niederländischen Airports sank um elf Prozent. Mit den wirtschaftlichen Folgen der Ticketsteuer befasst sich eine Studie des SEO Economisch Onderzoek in Amsterdam. „Der Luftfahrt- und Reisebranche ist durch die Ticket Tax ein wirtschaftlicher Schaden von rund 1,2 Milliarden Euro entstanden“, sagt Dr. Jan Veldhuis vom SEO. „Hinzu kommt der Wegfall tausender Arbeitsplätze, was für die niederländische Regierung eine Mehrbelastung von 200 Millionen Euro zur Folge hatte.“ Für Deutschland erwartet der Wirtschaftsökonom deutlich höhere Verluste, falls die vorgesehene Luftverkehrsabgabe wie geplant eingeführt wird: „Der deutsche Markt ist im Vergleich zu den Niederlanden erheblich größer, also steigt auch der finanzielle Ausfall.

Wir rechnen mit Umsatzeinbußen in der Flug- und Reisebranche von fünf bis sechs Milliarden Euro. Ein Abbau von Arbeitsplätzen ist in diesem Zusammenhang unvermeidbar.“ Flughäfen, die eng mit Low-Cost-Airlines zusammenarbeiten, sieht Veldhuis durch die Gebühr besonders bedroht: „Bei niedrigen
Flugpreisen wirkt sich die Steuer stärker aus, der Passagierrückgang ist umso größer. Airports wie Hahn und Weeze  werden deshalb stärker betroffen sein als Flughäfen, die durch klassische Airlines bedient werden.“ Für den Flughafen Frankfurt-Hahn prognostiziert er eine spürbare Abwanderung der Passagiere nach Frankreich und in die Benelux-Staaten: „Grenznahe Auslandsflughäfen wie Eindhoven, Luxemburg und Straßburg werden durch die deutsche  Luftverkehrsabgabe deutlich gestärkt.“ (Flughafen Frankfurt-Hahn)

Bild: Flughafen Frankfurt-Hahn



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