25. Juli 2010, Duisburg

Loveparade Unglück: Ursachenforschung hat begonnen

Nach dem verheerenden Unglück bei der Loveparade, das nach letzten Angaben 19 Todesopfer und über 340 Verletzte gefordert hat, hat nun die Ursachenforschung nach dem Unglück begonnen. Bei dem Drama war am gestrigen späten Nachmittag im Eingangsbereich des Veranstaltungsgeländes in einem Tunnel eine Massenpanik ausgebrochen.

Nach Augenzeugenberichten soll das Gelände zum Zeitpunkt des Unglücks bereits hoffnungslos überfüllt gewesen sein. Das Veranstaltungsgelände – eine ehemaliger Güterbahnhof – hat ein Fassungsvermögen von 250.000 Personen. Zur Loveparade waren aber bis zu 1,4 Millionen Besucher erschienen. Obwohl das Gelände bereits überfüllt war, drängten gesten gegen 17 Uhr immer noch Tausende Menschen durch den Tunnel, der zum Gelände führte. Als einige Personen bei dem Versuch, eine Mauer und eine Treppe vor dem Tunnel hinaufzuklettern, in die Menschenmenge stürzten, brach die Panik aus. In der Enge des Tunnel hatten die dicht gedrängt stehenden Menschen jedoch keine Ausweichmöglichkeiten. Zahlreiche Personen wurden an die Wände gedrückt oder überlaufen.

Angeblich sollen Besucher der Loveparade bereits etwa eine halbe Stunde vor dem Unglück Sicherheitskräfte darauf aufmerksam gemacht haben, dass die Zustände im Eingangsbereich nicht mehr zumutbar seien und in dem Gedränge der Menschenmassen eine Panik drohe. Darauf soll von den Sicherheitskräften jedoch nicht reagiert worden sein.

Der Erfinder und Gründer der Loveparade, Dr. Motte, kritisierte derweil die Sicherheitsvorkehrungen der Loveparade in Duisburg. Ein einziger Zugang durch einen Tunnel berge „die Katastrophe in sich“. Außerdem sei es ein Fehler gewesen, das Gelände abzusperren.

Nach dem Unglück geht es nun an die Ursachenforschung. Die Organisatoren der Loveparade und die Stadt Duisburg wollen in einer Pressekonferenz am Sonntag um 12 Uhr über die Vorgänge berichten. Dabei wird es sicher auch um Fragen gehen, warum es nur einen Eingang durch einen Tunnel ohne Notfallausgänge gab und ob die Dimension der Loveparade und die damit einhergehenden Sicherheitsmaßnahmen schlichtweg unterschätzt worden sind. Man kann nur hoffen, dass es bei der Aufarbeitung nicht nur um gegenseitige Schuldzuweisungen geht. Politiker aller Parteien und auch Bundespräsident Wulff haben auf jeden Fall eine rückhaltlose Aufklärung der Geschehnisse gefordert (RNO)



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