4. August 2010, Freizeitparks, Paris

Animationsfilm: von der Idee zur Attraktion

„Im Prinzip ist der Produktionsablauf identisch – ob Disney nun einen Animationsfilm entwickelt oder eine Attraktion kreiert“, sagt Chrissie Allen, Senior Show Producer bei Walt Disney Imagineering zur Vorgehensweise bei der Entwicklung einer neuen Themenlandschaft. Der erste Schritt ist dabei stets eine großartige Idee. Sowohl für Animationsfilme als auch für die Parks dient diese Idee als eine Art Drehbuch. Auf Grundlage der Idee werden künstlerische Konzepte und Modelle erstellt, Farben, Musik und Lichter getestet.

Sogar das durch Imagineers verwendete Vokabular kommt aus Hollywood: Hier fallen Begriffe wie Storyboard, das Show-Set-Design oder Abkürzungen wie SFX für „special effects“ (Spezialeffekte).
„Es gibt dabei einen Hauptunterschied: In Disneyland Paris müssen die Dekors eine lange Zeit überdauern und Spezialeffekte müssen unzählige Male funktionieren – und zwar jeden Tag! Wir müssen eine gewisse Langlebigkeit absichern, eine Idee darf nicht nur eine Filmproduktion lang bestehen“, erklärt David Wilson, Projektmanager für Walt Disney Imagineering in Disneyland Paris.

Auch die Bauphase einer Attraktion ähnelt sehr einer Filmproduktion, besonders in Bezug auf die angestrebte Perspektive. Mit der cinematografischen Technik wird die Illusion geschaffen, mit der beispielsweise das Dornröschen-Schloss viel höher wirkt, als es in Wirklichkeit ist. Diese Technik wird auch im Toy Story Playland angewendet, um die Besucher auf Spielzeuggröße schrumpfen zu lassen. Ein riesiger, vier Meter hoher Buzz Lightyear, lässt erahnen, was die Besucher im Toy Story Playland erwartet. Er bildet mit seinen Beinen das Eingangstor zum neuen Bereich. Geschaffen wurde das Riesenspielzeug mit Hilfe der Original-3-D-Technik aus dem Kinofilm, bei der die Figur zuerst nur aus einem Gittermodell besteht. „Wir wollten schon lange einen Außenspielbereich im Walt Disney Studios Park, um unseren jüngeren Gästen die Möglichkeit zu bieten, herumzutoben. Und diese riesige Spielzeugfigur lockt die Besucher schon aus der Ferne ins Toy Story Playland, erklärt Tom Fitzgerald, der Executive Vice President von Walt Disney Imagineering. „Dabei stellen wir sicher, dass jedes Element in die Geschichte passt, die erzählt werden soll, eben so, wie im Kino.“ Die Imagineers entschieden sich auch dafür, den Jungen Andy aus den Toy Story-Filmen mit in die Attraktion einzubauen.

Er bringt seine Spielsachen wie Slinky Dog und die kleinen grünen Soldatenmännchen aus seinem Zimmer in den Garten, der perfekte Platz, um mit ihnen zu spielen. Deshalb werden die Gäste auch zwei riesige Fußabdrücke mitten im Toy Story Playland entdecken, die bedeuten, dass Andy nicht weit weg ist … Plötzlich blinken Buzz’ Lichter: Er beobachtet genau den Horizont, um zu sehen, wann Andy zurückkehrt. Die Toy-Story-Fans wissen genau, dass die Spielsachen nur lebendig werden, wenn keine Menschen in der Nähe sind, die sie sehen könnten…(Disneyland Paris)



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