8. August 2010, Rheinland-Pfalz

UNESCO nicht grundsätzlich gegen Brücke im Oberen Mittelrheintal

Das UNESCO-Welterbekomitee hat auf seiner 34. Tagung vom 25. Juli bis 3. August 2010 in Brasília über die Planungen zum Bau einer Brücke in der Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal beraten. In der Debatte um die Welterbeverträglichkeit der geplanten Rheinquerung zwischen St. Goar-Fellen und St. Goarshausen-Wellmich hat das Welterbekomitee sich nicht grundsätzlich gegen eine Brücke ausgesprochen. Damit hat das Komitee den Weg für weitere Planungen frei gemacht. Um sicherzustellen, dass der Brückenbau den außergewöhnlichen universellen Wert der Welterbestätte nicht gefährdet, forderte das Komitee die rheinland-pfälzische Landesregierung auf, bis Februar 2011 einen Masterplan für die Erhaltung und Weiterentwicklung der Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal vorzulegen.

Die Landesregierung ist bemüht, die Pläne für eine welterbeverträgliche Rheinquerung mit der UNESCO abzustimmen. Seit 2005 hat sie dazu Gespräche mit dem Welterbezentrum der UNESCO geführt. Ende 2015 soll mit dem Bau begonnen werden, bis 2017 soll die Brücke fertiggestellt sein.

Das Obere Mittelrheintal zwischen Bingen und Koblenz gehört seit 2002 zum UNESCO-Welterbe. Als beratendes Fachgremium für das Welterbe hatte ICOMOS darauf hingewiesen, dass die geplante Flussquerung unweit des weltberühmten Loreley-Felsens die visuelle Integrität der Kulturlandschaft gefährden könne. Vor allem die örtliche Wirtschaft hat den Bau einer neuen Flussquerung zur Weiterentwicklung der Region gefordert. Zwischen Koblenz und Mainz gibt es auf 85 Kilometern weder Brücke noch Tunnel. (UNESCO)



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