7. September 2010, Brasilien

WM-Spielort und ehemalige Hauptstadt Brasiliens

Brasília ist zwar erst fünfzig Jahre alt, doch kann die Stadt, die entscheidend von der Architektur Oscar Niemeyers geprägt ist, auf eine bewegte Geschichte zurückblicken.

Bereits 1823, kurz nachdem Brasilien zum Kaiserreich geworden war, sprach erstmals der Revolutionär José Bonifacio davon, eine neue Hauptstadt im Zentrum des Landes zu errichten. Es sollte jedoch noch mehr als ein Jahrhundert bis zum ersten Spatenstich in Brasília dauern. Zahlreiche Diskussionen waren um die Auswirkungen eines solch gewaltigen Eingriffs in die Geschichte, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Brasiliens geführt worden. Schließlich beschloss Präsident Juscelino Kubitschek am 15. März 1956 den Bau der neuen Bundeshauptstadt.

Brasília wurde nach dem Entwurf von Stadtplaner Lúcio Costa gestaltet, der mit seinem „Plano Piloto“ die öffentliche Ausschreibung gewann. Er nutzte die Topografie der Region, um der Stadt die Form eines riesigen Flugzeugs zu geben. Am 21. April 1960 weihte Präsident Kubitschek die dritte Hauptstadt in der Geschichte Brasiliens – nach Salvador de Bahia und Rio de Janeiro – ein. Er ließ den gesamten Verwaltungsapparat und alle exekutiven, legislativen und judikativen Vertretungen der Bundesregierung schrittweise aus Rio de Janeiro in den mittleren Westen Brasiliens verlagern.

Die Kernstadt von Brasília „Plano Piloto“ wurde 1987 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Hier steht auch der Fernsehturm, ebenfalls ein Projekt von Costa. Von seiner Aussichtsplattform aus gewinnen Besucher einen guten Überblick über zahlreiche wichtige Gebäude der Stadt. So können sie das Nationalstadion sehen, das nach seiner Renovierung Spielstätte der FIFA-Fußballweltmeisterschaft 2014 sein wird. Auch ist der vom berühmten Architekten Oscar Niemeyer entworfene Nationalkongress gut erkennbar, der am Ende einer riesigen Rasenfläche steht. An zwei Avenidas auf beiden Seiten dieser Grünfläche reihen sich die 17 Regierungsministerien aneinander. Diese angeordnete Gruppe von Gebäuden ist ein herausragendes Beispiel für die außergewöhnliche brasilianische Architektur und daher auch das beliebteste Postkartenmotiv der Bundeshauptstadt. Eine der meistbesuchten Touristenattraktionen Brasílias ist die von Oscar Niemeyer und Lúcio Costa entworfene „Praço dos Três Poderes“, der Platz der drei Gewalten, mit vielen modernen Monumenten und Skulpturen.

Die Stadt ist jedoch nicht nur architektonisch interessant sondern bietet auch ein reges Nachtleben. Im Geschäftsviertel finden Touristen Bars und Restaurants, die sich im Laufe der vergangenen 50 Jahre zu vielbesuchten Treffpunkten entwickelt haben. Besucher erleben Brasília mit seiner großen Gemeinde ausländischer Einwanderer und vielen Bewohnern aus anderen Bundesstaaten als lebendige und gastfreundliche Stadt.

Unter www.braziltour.com/worldcup gibt es weitere Informationen zu Brasília und den anderen Gastgeberstädten der WM 2014 in Brasilien. (Brasilianisches Fremdenverkehrsamt – Deutschland)

Bild: Brasilianisches Fremdenverkehrsamt – Deutschland



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