9. September 2010,

Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung mit neuem Stiftungsrat

Anlässlich der Entscheidung des Zentralrats der Juden in Deutschland, seine Mitgliedschaft im Stiftungsrat der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung ruhen zu lassen, erklärt Kulturstaatsminister Bernd Neumann: „Ich bedauere sehr, dass der Zentralrat der Juden beschlossen hat, seine Mitgliedschaft im Stiftungsrat angesichts der Debatte über zwei vom Bund der Vertriebenen in den Stiftungsrat entsandten Stellvertreter zunächst ruhen zu lassen.

Die kritisierten Äußerungen der beiden vom Bund der Vertriebenen (BdV) entsandten und vom Deutschen Bundestag gewählten stellvertretenden Stiftungsratsmitglieder sind für mich nicht akzeptabel. Dennoch halte ich die Entscheidung des Zentralrates der Juden für falsch. Die plurale Zusammensetzung des Stiftungsrates ist Garant dafür, dass der vom Bundestag mit großer Mehrheit beschlossene Zweck der Stiftung verwirklicht wird, wonach im Geiste der Versöhnung die Erinnerung und das Gedenken an Flucht und Vertreibung im 20. Jahrhundert im historischen Kontext des Zweiten Weltkrieges und der nationalsozialistischen Expansions- und Vernichtungspolitik und ihrer Folgen wachzuhalten ist. Hieran gibt es nichts zu rütteln“.

Weiter erklärte Kulturstaatsminister Bernd Neumann: „Ich begrüße es, dass dagegen die Vertreter der Katholischen und auch der Evangelischen Kirche bereit sind, sich auch in Zukunft an der Arbeit des Stiftungsrates zu beteiligen, der sich bei seiner Sitzung am 25. Oktober 2010 neu konstituieren wird. Ich habe die Hoffnung, dass auch der Zentralrat der Juden seine Mitarbeit wieder aufnehmen wird, wenn er sich von der inhaltlichen Qualität des in Kürze vorliegenden Entwurfes einer Konzeption für die Dokumentationsstätte überzeugen konnte.“

Zum Stiftungsrat, der aus insgesamt 21 Mitglieder besteht, gehören u.a. drei Mitglieder seitens der Bundesregierung, vier Mitglieder des Deutschen Bundestages und je zwei Vertreter der Evangelischen Kirche, der Katholischen Kirche und des Zentralrats der Juden in Deutschland. (Presse- und Informationsamt der Bundesregierung)



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