19. Oktober 2010, Posen (Poznań)

Feuerwerk und Hörnchen: Poznán feiert den Martinstag

Für die westpolnische Großstadt Poznań (Posen) ist der 11.11. ein besonderes Datum. Zwar feiert man hier nicht den Beginn der Fastenzeit, doch zum Martinstag findet traditionell ein großer Umzug statt. Es gibt an dem Tag die speziellen Martinshörnchen sowie ein großes Fest mit Livemusik und Feuerwerk.

Eine bunt gekleidete Menschenmenge zieht am 11.11. durch die nach dem Hl. Martin benannte Posener Hauptmagistrale ulica Św. Marcina. Angeführt wird sie von dem Namenspatron selbst, der in seinem leuchtend roten Mantel auf einem weißen Pferd reitet. Ihm folgen phantasievoll verkleidete Kinder und Erwachsene, Musiker und Schauspieler. Der Zug beginnt gegen 14 Uhr an der St.-Martins-Kirche, wo zuvor bereits eine Messe stattfindet. Er führt zum ehemaligen Kaiserschloss und heutigen Kulturzentrum Zamek am anderen Ende der Straße. Dort übergibt der Posener Stadtpräsident symbolisch den Stadtschlüssel an den Heiligen Martin. Danach beginnt ein Fest mit Livemusik, zu dem unter anderem die bekannte polnische Band „Elektryczne Gitary “ erwartet wird. Das Fest endet mit einem großen Feuerwerk.

Zur Tradition gehören die Martinshörnchen (rogale świętomarcińskie), die in den meisten Bäckereien und Konditoreien der Stadt an diesem Tag zu kaufen sind. Sie sollen von ihrer Form her an einen halben Mantel erinnern. Der Legende nach teilte der Heilige Martin, einst ein Legionär im Dienste Roms, seinen Mantel mit einem Bettler und rettete diesen so vor dem Erfrieren. An diese barmherzige Tat knüpft man in Poznań mit einer Spendensammlung für Bedürftige am Martinstag an.

Die Tradition der Martinshörnchen reicht in Poznań bis ins 19. Jahrhundert zurück. Zu sozialistischen Zeiten war die St.-Martins-Straße nach der Roten Armee benannt und erhielt erst 1989 ihren angestammten Namen zurück. Seitdem feiert man auch das Fest zum Namenstag des Heiligen. Der 11. November ist in Polen zugleich ein Nationalfeiertag, mit dem an die wieder erlangte Unabhängigkeit des Landes nach dem Ersten Weltkrieg gedacht wird.  (FVA Polen)

 



» Diesen Artikel via Mail weiterempfehlen





Das könnte Sie auch interessieren:

Weitere Beiträge zum Thema: