22. Oktober 2010, Kampanien

Straßenschlachten um Neapels Müllproblem

Die Auseinandersetzungen um das Müllchaos am Fuße des Vesuvs rund um Neapel nehmen kein Ende. Im süditalienischen Terzigno lieferten sich hunderte Demonstranten Straßenschlachten mit der Polizei. Sie protestierten gegen die Pläne der Regierung, entgegen andersartiger Zusagen, weitere Müllhalden im Nationalpark des Vesuvs anzulegen. Auch in der nahegelegenen Kleinstadt Boscoreale kam es zu Auseinandersetzung zwischen Demonstranten und Staatsdienern. Autos und Geschäfte wurden in Brand gesetzt, Beamten mit Flaschen und Rauchgeschossen beworfen. Die Polizei setzte daraufhin Tränengas ein, um die aufgebrachte Menge auseinander zu treiben.

Die Regierung in Rom hat anlässlich der Müllkrise in Süditalien für den heutigen Tag eine Krisensitzung einberufen. GennaroLangella, Bürgermeister von Boscoreale, gab aus Protest gegen den geplanten Bau der neuen Deponie seinen Rücktritt aus der Regierungspartei PDL bekannt und stellte sich damit hinter die Demonstranten.

Wieso die zuvor friedlichen Demonstrationen eskalierten, ist noch unklar. Offenbar hatten sich vermummte Randalierer unbekannter Herkunft unter die Protestanten gemischt. Dennoch verschärft sich das Müllproblem rund um Nepal stündlich: derzeit warten etwa 600 Tonnen Müll darauf, entsorgt zu werden. Müll ist in der Region um Neapel zu einem Geschäft geworden, an dem auch die Mafia beteiligt ist. Zu günstigen Preisen bietet die Camorra die Entsorgung von Giftmüll auf den heimischen Deponien in ganz Europa an. Für den harmlosen lokalen Müll fehlt deshalb der Platz auf den Müllkippen. (RNO)

Proteste in Terzigno



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