24. Oktober 2010, Berlin

Fünfter Welttag des audiovisuellen Erbes

Die UNESCO begeht am 27. Oktober 2010 zum fünften Mal den Welttag des audiovisuellen Erbes. Er erinnert an die Erhaltung von Fotos, Tonaufnahmen, Filmen und Videos, die in den letzten 100 Jahren geschaffen wurden.

Diese audiovisuellen Dokumente sind heute ein wichtiger Teil des kulturellen Erbes der Menschheit. Oft sind sie einmalige Zeugnisse der wirtschaftlichen, politischen und sozialen Geschichte. In Deutschland organisieren aus diesem Anlass neben der Deutschen Kinemathek Berlin zahlreiche Filmarchive, -museen und Stiftungen eine Reihe von Veranstaltungen.

Die Deutsche Kinemathek zeigt am 27. Oktober 2010 im Berliner Kino Arsenal um 19 Uhr die „Scopitone Night – musikalische Filmüberraschungen aus den 1960er Jahren“. Lange vor den ersten Musikvideos auf MTV wurden bereits Clips für Film-Jukeboxen produziert. Zu sehen sind Hits und Raritäten aus Frankreich, Deutschland und den USA – darunter Procol Harum auf einer Blumenwiese mit „A Whiter Shade of Pale“, Gilbert Bécaud mit „Nathalie“ in Moskau auf dem Roten Platz und Gary Lewis & The Playboys mit „Little Miss Go-Go“ in einem Yachthafen, umgeben von Mädchen in Bikinis.

Die Idee zu den Film-Jukeboxen entstand Anfang der 1960er in Frankreich. Erstmals konnte man seine Lieblingsgruppe nicht nur auf Schallplatte hören, sondern auf einem kleinen Bildschirm in Farbe sehen. Die französische Firma Cameca nannte ihre Geräte „Scopitone“, von „scope a tone“, einen Ton sichtbar machen. Sie realisierte mit einfachsten Mitteln rund 500 Musikclips auf 16-Millimeter-Material. Oft hatten die Interpreten nicht mehr als zwei Stunden Drehzeit zur Verfügung. Die meisten Scopitones standen in französischen Bars, Hotels und auf Bahnhöfen. Später etablierten sie sich auch in den USA. Die Einführung des Farbfernsehens beendete den Erfolg des Scopitone-Musikfilms.

Der Welttag des audiovisuellen Erbes wird seit 2005 jedes Jahr am 27. Oktober gefeiert. Er erinnert an die „Empfehlung zum Schutz und zur Erhaltung bewegter Bilder“, die die UNESCO am 27. Oktober 1980 verabschiedet hat. Fotos, Tonaufnahmen, Film und Video sind unverzichtbarer Ausdruck von Lebensgefühl, Kultur und Geschichte. Schon heute ist ein guter Teil des audiovisuellen Erbes verloren. Vieles konnte zur Zeit des Entstehens nicht archiviert werden, oft war man sich der Bedeutung des Materials für spätere Generationen nicht bewusst. (Unesco)



» Diesen Artikel via Mail weiterempfehlen





Das könnte Sie auch interessieren:

Weitere Beiträge zum Thema: