8. November 2010, Ligurien

Weihnachtstraditionen in Ligurien

Es gibt nicht viele Orte in Europa, an denen man morgens einen Schneemann bauen kann, um dann nach dem Mittagessen barfuß auf feinstem Sand einen Strand-Spaziergang zu machen. Aber in Ligurien ist das an Weihnachten möglich. Hier, wo die Alpen und das Mittelmeer aufeinander treffen, bilden die felsigen, schneebedeckten Täler des Hinterlandes einen reizvollen Kontrast zu den in der Sonne glitzernden Buchten und Fischer-Dörfern der Küste. Die Weihnachtstraditionen der Region – beginnend mit der Mitternachtsmesse am 24. Dezember bis zu den „Heiligen Drei Königen“ am 6. Dezember – sind dabei ebenso unterschiedlich und lebendig wie die Landschaft. Aber die Feiertage sind, wie immer in Ligurien, ein willkommener Anlass für ein Fest des exzellenten Essens. 

Das klassische, ligurische Weihnachts-Essen beginnt mit einer Fleischbrühe mit dünnen Maccheroni-Nudeln, bekannt als „Brodo“. Der zweite Gang ist Geschmackssache: Viele Familien kredenzen Ravioli in einer reichhaltigen Rotwein- und Fleischsauce, andere wiederum kochen das traditionelle Gericht „Cima“: Eine Kalbsbrust, die, mit einer köstlichen Mischung aus grünen Bohnen, Eiern, Kräutern und Parmesan gefüllt, in Fleischbrühe pochiert wurde.

Auch Fisch ist ein beliebtes Weihnachts-Essen, aber statt des Karpfens wird lieber Aal serviert. In den Haushalten, die über das nötige Kleingeld verfügen, werden zudem keine Kosten und Mühen gescheut. Als Zwischengänge werden gerne Austern oder Kaviar gereicht. Hauptsache lecker und luxuriös.

Einige Familien genießen ihr Weihnachten-Essen am Abend des 24. Dezembers, andere am Mittag des 25., aber eine besondere Leckerei findet sich auf jedem Tisch: Der traditionelle, ligurische Weihnachtskuchen, der Pandolce. Üppig und süß ist diese Genueser Spezialität gefüllt mit kandierten und getrockneten Früchten, und wird häufig in Kombination mit dem berühmten süßen Wein der Cinque Terre, dem Sciacchetrá, genossen. Im Unterschied zum üblichen italienischen Panettone enthält der Pandolce auch Pinienkerne und viel, viel Butter, die dem Kuchen seinen besonders zarten Geschmack gibt. Kalorien zählen verboten!

Und wer bringt die Geschenke?
Ebenso wie in Deutschland ist man auch in Ligurien unterschiedlicher Meinung darüber, wer die Geschenke für die braven Jungen und Mädchen der Gegend liefert. Während in einigen Haushalten die Geschenke am Abend des 24. Dezembers vom Christkind gebracht werden, werden andere Häuser und Dörfer in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember von „Babo Natale“ besucht. Am 6. Januar jedoch gibt es nur eine legendäre Dame, von der die ligurischen Kinder so gerne besucht werden wollen: Befana. Als freundliche, alte Hexe fliegt Befana auf ihrem Besenstiel durch die Nacht, und hinterlässt den Kindern, die das Jahr über brav waren, Süßigkeiten und Bonbons, während diejenigen, die weniger folgsam waren, Kohle bekommen. Und für die Jungendlichen, die frech und nett zugleich waren (und davon gibt es so einige in Ligurien) hinterlässt Befana Kohle…. aus Zucker. (Turismo Liguria)



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