11. November 2010, Das Blaue Land

Auf Schneeschuhen übers Murnauer Moos

Über mangelnde Aufmerksamkeit kann Sepp Gramer nicht klagen: Wenn er auf Schneeschuhen durchs Murnauer Moos führt, tanzt keiner aus der Reihe. „Wir dringen in Gebiete vor, die man nur bei Eis und Schnee sicher erreichen kann“, sagt der 58-Jährige, der die größte zusammenhängende Moorlandschaft der Alpen wie seine Westentasche kennt und je nach Wetterlage unterschiedliche Routen wählt. Die Schneeschuhtouren durch die mystische Landschaft sind Teil des Winter-Aktiv-Programms, das Murnau und das Blaue Land von 25. Dezember bis 12. März schnüren. Bereits ab Ende November präsentiert sich die oberbayerische Bilderbuchregion märchenhaft romantisch. Dabei schwebt Zimt- und Nelkenduft nicht nur über Advents- und Weihnachtsmärkte, er dringt auch in die Wellness-Abteilungen vor. Wie wär’s zur Abwechslung mal mit einer Lebkuchen-Massage?

Am 28. November öffnet das Weihnachtsdorf in der Murnauer Fußgängerzone seine Pforten. Besonders heimelig wird’s immer abends, wenn die liebevoll geschmückten Häuser mit ihren denkmalgeschützten Fassaden rundum erstrahlen. Höhepunkt ist der Murnauer Weihnachtsmarkt, der sich am 12. und 13. Dezember durch den gesamten Ober- und Untermarkt erstreckt und zu dem der Nikolaus mit dem Pferdeschlitten erscheint.

An den Vormittagen im Advent können Kinder ab sechs Jahren im Schlossmuseum Murnau unter Anleitung Geschenke basteln. Währenddessen genießen die Eltern einen entspannten Einkaufsbummel oder tatsächlich das Wellness-Package „Advent“ – mit Nelken-Zimt-Peeling und anschließender Rückenmassage, für die dem Öl je nach persönlicher Präferenz Zimt, Spekulatius oder Lebkuchen beigemischt wird und das im „Yavanna Wellness & Spa“ des 5-Sterne-Hotels Alpenhof Murnau für 70 Euro pro Person angeboten wird.

Beim Murnauer Winter-Aktiv-Programm lernen Gäste ab 25. Dezember die idyllische Landschaft rund um das Staffelseestädtchen Murnau kennen. Von Fackelwanderungen über Langlaufschnupperkurse und Schneeschuhtouren bis hin zu Pferdeschlittenfahrten reicht das Angebot.

Wer in warme Decken gehüllt durch die Weiten des Murnauer Mooses traben möchte, ist dann bei Sepp Gramer wieder in guten Händen. Auf dem Schlitten, der bis zu sieben Personen Platz bietet, fährt er nachmittags mit Glühwein, Schnaps, Keksen oder Stollen für die Gäste im Gepäck dem Sonnenuntergang entgegen. „Das ist einfach unbeschreiblich – wenn dann die Nebel aufziehen, alles nur noch schemenhaft zu erkennen ist, Bäume und Äste sich wie Fingerzeige in den Himmel recken“, schwärmt der Experte. Mit seinem Pferdeschlitten steuert er die Wildfütterung an, bei der sich mit etwas Glück gleich mehrere kapitale Hirsche blicken lassen. „Weil wir die Rösser ja dabei haben, nimmt das Wild die menschliche Witterung nicht auf – und wir können ganz entspannt zuschauen“, erklärt Sepp Gramer.

Die Schneeschuhtouren durchs Murnauer Moos lässt er mit einem kleinen Einführungskurs beginnen. Zehn Minuten reichen in der Regel, bis man die tellergroßen Treter im Griff hat. Dann kann das zweistündige Abenteuer starten, das meist im Ähndl ausklingt, einem traditionsreichen Gasthaus mit echten, bayerischen Schmankerln. (TI Murnau)



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