18. November 2010, Deutschland

Deutschland ist Reiseland Nummer eins in Europa

Der Deutschlandtourismus hat in den ersten acht Monaten des Jahres 2010 weiter zugelegt – vor allem dank der Gäste aus dem Ausland. Besonders Großstädte waren gefragt, so der Deutsche Tourismusverband e.V. (DTV). Angesichts dieser positiven Entwicklung und der Tatsache, dass der Herbst eine Hauptreisezeit für Zweit- und Drittreisen ist, erwartet der DTV für das Gesamtjahr Zuwächse von bis zu drei Prozent bei den Übernachtungen.

„Auch wenn es viele nicht glauben wollen: Deutschland ist Europas Urlaubsland Nummer Eins“, sagte DTV-Präsident Reinhard Meyer. „Wer in Deutschland Urlaub macht, folgt mehr als einem Trend.“ So verzeichnete Deutschland schon 2008 mehr Übernachtungen als Spanien oder Italien. Zudem steht es seit Jahren ganz oben auf der Liste der Urlaubsreiseziele der Bundesbürger. 2010 entdecken nun auch vermehrt ausländische Gäste dieses vielseitige Reiseland.

Ausland zu Gast in der Bundesrepublik – Zuwächse trotz schlechten Wetters
In den ersten acht Monaten des Jahres 2010 zählte das Statistische Bundesamt in gewerblichen Betrieben mit neun und mehr Betten 260,3 Millionen Übernachtungen von in- und ausländischen Gästen. Das ist ein Plus von 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Verglichen mit dem absoluten Rekordjahr 2008, das noch nicht von den Auswirkungen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise betroffen war, sind es sogar 5,8 Millionen Übernachtungen mehr. Von diesen Übernachtungen entfielen 219,0 Millionen auf Gäste aus dem Inland (Plus 1,6 Prozent vgl. mit 2009) und 41,2 Millionen auf ausländische Gäste. Ein deutliches Plus von 10,2 Prozent verglichen mit 2009.

„Der Zuwachs bei ausländischen Gästen zeigt, dass das Vorurteil, in Deutschland drohe im Urlaub schlechtes Wetter, die Menschen nicht davon abhält zu uns zu kommen“, sagte Meyer. „Viel mehr überzeugt die Vielfalt, die Deutschland bietet.“ So konnte auch der August – von einer wechselhaften Wetterlage bestimmt – einen Anstieg der Übernachtungszahlen von bundesweit 2 Prozent verzeichnen. Dennoch gebe es für den Deutschlandtourismus insbesondere bei den ausländischen Gästen noch Steigerungsmöglichkeiten, so Meyer weiter.

Die Städte profitierten zudem vom Anziehen des Geschäftsreisetourismus. Nach der Finanz- und Wirtschaftskrise steht Deutschland im internationalen Ranking als Tagungsstandort wieder mit großem Abstand an erster Stelle. Das besagt das aktuelle Meeting- & EventBarometer. Für das Incoming – die Reisen nach Deutschland – ist dies ein wichtiger Faktor. Schließlich gehen 27 Prozent (9,6 Millionen) aller Reisen aus Europa nach Deutschland auf Geschäftsreisen zurück. Damit trägt das Segment Business Travel großen Anteil an der Konsolidierung des Incoming nach Deutschland.

Reiseentscheidungen werden noch kurzfristiger getroffen
Im Jahr 2010 buchten Gäste ihre Reisen im Vergleich zu den Vorjahren noch kurzfristiger und spontaner. Insgesamt buchen laut Qualitätsmonitor Deutschland-Tourismus 32 Prozent der inländischen Reisenden spontan, d.h. weniger als zwei Wochen im Voraus. Hauptmotive für eine Reise sind Erholung, Entspannung, Genuss, naturnahes Erleben und der Besuch bei Freunden und Familie. „Hier bietet Deutschland beste Voraussetzungen die Urlaubswünsche Vieler zu erfüllen“, sagte Meyer.

Städtereiseziele trumpfen weiter auf – RUHR.2010 überzeugt
Die Nachfrage nach Kulturangeboten und Events sorgte für Wachstum in den Städten: Allein in den 82 deutschen Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern stieg die Zahl der Übernachtungen im August 2010 um 10 Prozent auf 9,9 Millionen. Auch das Ruhrgebiet konnte im Jahr der Europäischen Kulturhauptstadt vom Trend des Städte- und Kulturtourismus deutlich profitieren. Allein bis Ende Juli begrüßten die Hotels und Pensionen im Revier über 1,9 Millionen Gäste – 14,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Zuwachs bei den Ankünften liegt damit deutlich über dem NRW-Landesdurchschnitt von 7,4 Prozent. Auch die Übernachtungen stiegen deutlich auf 3,3 Millionen. Das entspricht einem Plus von 11,5 Prozent, während es auf Landesebene 3,3 Prozent mehr waren.

Die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen belegt die Bedeutung eines attraktiven Kulturangebotes für Reisende: 2009 verbanden Urlauber 58,7 Millionen ihrer Urlaubsreisen mit kulturellen Aktivitäten. Bei 1,6 Millionen dieser Reisen handelte es sich ausschließlich um Kulturreisen (3 Prozent der Befragten), 3,4 Millionen waren „Auch-Kultururlaube“ (5 Prozent) und in 9,7 Millionen Fällen buchten Reisende Kultur-Kurzurlaubsreisen (13 Prozent). Bei 20 Millionen Reisen war das Urlaubsmotiv „Etwas für Kultur und Bildung tun“ besonders wichtig (31 Prozent). Bei 24 Millionen Urlaubsreisen gaben die Befragten an, dass sie im Rahmen ihrer Urlaubsaktivitäten sehr häufig bis häufig kulturelle und historische Sehenswürdigkeiten besucht hätten (38 Prozent).

Um auch weiterhin an diese Steigerungsraten anzuknüpfen, setzen der DTV und seine Mitglieder auf Innovation und Qualität im Deutschlandtourismus. Nur so könne Deutschland seine Position als beliebtestes Reiseland in Europa behaupten – so der Appell von DTV-Präsident Meyer. (DTV)



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