23. November 2010, Kroatien

Galeeren-Sklaven des 21. Jahrhunderts in Zadar

Eines der Markenzeichen von Zadar, einer Stadt mit außergewöhnlicher, 3.000 Jahre langer Geschichte, reichem Kulturerbes und zahlreichen Sehenswürdigkeiten, sind die Bootsfahrer «barkajoli» (lat. barcatores), die schon seit dem 14. Jahrhundert in kleinen Ruderbooten die zwei Ufer des städtischen Hafens in allen Wetterbedingungen verbinden und ihren treuen Passagieren so Zeit sparen.

Die Tradition der Bootsfahrer datiert seit dem Mittelalter, als die Gemeinde Zadar ausgewählten Bürgern das Recht erteilte, für einen gewissen Entgelt mit ihren Booten den Transport im städtischen Hafen zu übernehmen. Heute verbinden sie in den charakteristischen roten Booten, die schon längst zum Souvenir der Stadt geworden sind, die zwei Ufer des städtischen Hafens, im Stehen rudernd wie die venezianischen Gondolieri. Obwohl der Weg nur 71 m lang, oder besser gesagt kurz, ist und in 1,5 Minuten überquert wird, ist eine Fahrt mit den «barkajoli» eine obligatorische touristische Attraktion, so dass nur selten die Besucher von Zadar die Gelegenheit ausschlagen, in eins dieser einmaligen Ruderboote mit den Galeeren-Sklaven des 21. Jahrhunderts einzusteigen.

Heute gibt es nur noch wenige „barkajoli“, während es in der Geschichte am meisten – ganze 21 – während des 1. Weltkriegs gab. Damals ruderten sogar zwei Frauen in den Booten, während ihre Ehemänner an der Front waren. Das Bootfahren ist eine Familientradition, die über Generationen in nur wenigen Familien übertragen wird, und die sich trotz der Herausforderungen der modernen Zeit erhalten hat.

Neben den Touristen wird das Angebot oft auch von Schülers, Lieferanten, Händlern und allen genutzt, die mehrmals am Tag ins Stadtzentrum müssen. Mit der Bootsfahrt kann man rund 15 Minuten sparen, denn sonst muss man die Brücke überqueren, die die Halbinsel von Zadar mit dem Rest der Stadt verbindet. Um ihnen Dankbarkeit und Respekt zu erweisen, empfängt die städtische Behörde schon seit über 30 Jahren die „barkajoli“ traditionell zum Neujahrsfest, seit acht Jahren fördert sie ihre Arbeit auch finanziell. Über die „barkajoli“ wurde vor zwei Jahren in Kroatien der Dokumentarfilm «Die barkajoli von Zadar» gedreht, das Drehbuch schrieb und die Regie führte Tanja Kanceljak.

Infos: Zentrale für Tourismus der Region Zadar
www.zadar.hr
Zentrale für Tourismus der Stadt Zadar
www.tzzadar.hr. (Kroatische Zentrale für Tourismus)



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