24. November 2010, Flughafen Dresden

Erster Wintereinsatz am Flughafen Dresden

Der Winterdienst des Flughafens Dresden International ist heute zum ersten Mal in der Saison 2010/11 ausgerückt. Nach dem Prinzip „Schieben, Kehren, Blasen“ befreien die Räumfahrzeuge fortan eine 76 Fußballfelder große Fläche von Schnee und Eis. Bis zu sieben Kehrblaszüge, ein Solo-Schneepflug, drei Schneefräsen und ein Streufahrzeug sind unterwegs. Dazu misst ein Spezialfahrzeug („Surface-Friction-Tester“) regelmäßig die Bremswerte auf der Start- und Landebahn. 140 Mitarbeiter der Bereiche Verkehr, Technik und des Abfertigers PortGround GmbH sind für den Wintereinsatz ausgebildet. Im langen Winter 2009/10 war der Winterdienst des Flughafens rund 2.833 Stunden auf Achse. 901 Flugzeuge wurden enteist.

Das am Dresdner Flughafen zu beräumende Areal ist 543.100 Quadratmeter groß. Davon entfallen 245.000 qm auf die Flugzeug-Abstellplätze, 171.000 qm auf die Start- und Landebahn, 90.600 qm auf die Rollwege und 36.500 qm auf die Flughafenrandstraße. Die Besen der 850 PS starken, bis zu 60 km/h schnellen Kehrblasgeräte sind 5,50 Meter breit. Fährt die Flotte versetzt nebeneinander, kann sie die 60 Meter breite Start- und Landebahn mit nur zwei Fahrten räumen. Die stärkste Schneefräse „Supra 5001“ hat 571 PS. Sie „frisst“ sich pro Stunde durch bis zu 5.000 Tonnen Schnee und wirft ihn bis zu 40 Meter weit nach links und rechts zielgenau aus.

Die mechanische Räumtechnik hat aus Umweltschutzgründen Vorrang. Setzt trotzdem eine Vereisung ein, streut der Winterdienst zusätzlich rund 50 Gramm feuergetrockneten Quarzsand pro Quadratmeter. Unter extremen Bedingungen wird die Start- und Landebahn auch mit „Clearway 1“ enteist – ein etwa 50-prozentiges Kaliumacetat mit Essiggeruch.

Um den Einsatz chemischer Mittel gering zu halten, messen Sonden eines Glatteisfrühwarnsystems ständig wichtige Start- und Landebahndaten. Dazu gehören die Temperaturen in und über dem Beton, die Windgeschwindigkeit, Niederschläge und Luftfeuchtigkeit. Besteht Eisgefahr, lösen die Sonden einen Alarm aus.

Bei der Flugzeugenteisung werden Schnee und Eis vor dem Start von Tragflächen und Leitwerk entfernt. Spezialfahrzeuge des Schwesterunternehmens PortGround GmbH besprühen sie per zwölf Meter hohem Hubarm mit einem 60 bis 80 Grad warmen, vollständig biologisch abbaubaren Glykol-Wasser-Gemisch. Es gelangt mit dem übrigen Oberflächenwasser in die Flughafen-Kanalisation. Die Entscheidung, ob ein Flugzeug enteist wird, trifft der Kapitän.

Der Winterdienst ist 24 Stunden lang in zwei Schichten organisiert und arbeitet eng mit den Fluglotsen der Deutschen Flugsicherung, der Verkehrszentrale des Flughafens und dem Deutschen Wetterdienst zusammen. Pro Schicht sind ein Einsatzleiter, ein Verkehrsleiter vom Dienst, zwei Gruppenleiter und 14 Gerätefahrer einsatzbereit. Die Winterdienstbereitschaft hat am 1. November begonnen und endet offiziell am 31. März 2011. (Flughafen Dresden)



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