13. Dezember 2010, Stockholm

Spur des Stockholmer Terroranschlags führt nach England

Die Spur des Terroranschlags von Stockholm am vergangenen Wochenende führt offenbar nach England. Am Samstag hatte sich ein Selbstmordattentäter im Zentrum der schwedischen Hauptstadt in der beliebten Einkaufstraße Drottinggatan in die Luft gesprengt. Die Metropole entging nur knapp einer Katastrophe, da lediglich zwei von sechs Rohrbomben zündeten, die am Körper des Mannes befestigt waren. Zwei Passanten wurden verletzt. Nur wenige Minuten zuvor war an der Ecke zur Olof-Palme-Gatan eine Autobombe explodiert. Offenbar studierte der  28- oder 29-jährigen Täter, der in Schweden aufwuchs an der englischen Universität von Bedfordshire.

Scotland Yard durchsuchte in der englischen Grafschaft Bedfordshire, die etwa 50 Kilometer nördlich von London liegt, ein Haus. Dort lebte und studierte der mutmaßliche Täter seit mehreren Jahren mit seiner Frau und einem Kind. Eine Verbindung zu einer der großen Terrororganisationen schließen die Ermittlungen derzeit aus. Offenbar handelt es sich bei dem Täter um einen Mann, der sich in sozialen Netzwerken aktiv gegen die Kriege im Irak und in Afghanistan positionierte.

Technisch gesehen sei das Vorgehen des Selbstmordattentäters als „amateurhaft“ anzusehen, äußerte sich ein Experte des schwedischen Heers. Eine fehlerhafte Verbindung zwischen Auslöser und Bomben hatte dafür gesorgt, dass nur ein Teil des Sprengstoffs am Körper des Mannes zündete und so eine größere Katastrophe verhinderte. Die Drottinggatan, in der der Anschlag statt fand, ist an den Adventswochenenden die meistbesuchte Einkaufsstraße Schwedens. (RNO)



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